Da hieß die Stärke und Schönheit des menschlichen Leibes die Tugend, da wurde das sterbliche Leben im Kampf unsterblich erhöht.

Aber die Freiheit des Mannes konnte den Göttern nicht trotzen; denn Götter und Menschen standen im Schicksal, Schuld und Vergeltung hielten der Tat die Gewichte der ewigen Geltung.

So wurde das Unrecht der Macht erhöht in das Recht ihrer Geltung, so traten die blonden Räuber der Frühe ein in den Lohn ihrer Tugend.

Sparta hieß ihre Schwertherrenstadt, ohne Burg und Wälle gebaut im lakonischen Bergland, nur von den Schilden und Schwertern geschützt, und in der Zucht harter Gesetze.

Da hatten die blonden Räuber der Frühe das Land geteilt nach dem Recht der freien Gemeinde, da gab es nicht Reichtum noch prahlenden Glanz; und König sein hieß, der freien Gemeinde das Schwert und den Richterstab hüten.

Da war der Männerstolz: Körper und Geist stark und gesund im Dienst des Staates zu halten; da war die Ehre der Frau: dem Mann beizustehen als freie Gefährtin, dem Staat ihre Kinder stark und gesund zu gebären.

So stand die spartanische Sitte freiwillig im Stachelkleid harter Gesetze, so wurde die Stadt ohne Burg und Wall im lakonischen Bergland die Trutzburg griechischer Freiheit.

Bis ihre Sitte den Stachel der Ehre, ihr Gesetz den Stolz der freien Erfüllung traurig verlor, bis der spartanische Staat der freien Gemeinde lasterhaft lässig und feig Tyrannen gehorchte.

Athen hieß die uralte Königsburg der Pelasger, die nach der Trutzburg die helle Hauptstadt der Griechen, die prunkreiche Wiege des Abendlandes wurde.

Nahe dem Meer hing die Stadt der stolzen Akropolis an; die marmornen Tempel und Treppen der Burg traten weithin ins Licht, wie ein Turm über den Dächern hob das Erzbild der Göttin die goldene Lanze.