Als seine Füße geheilt waren, trug er die Waffen in mühsamer Wallfahrt zum Gnadenbild der göttlichen Frau; er aber ging in die Wildnis und wohnte den Heiligen gleich in einer Höhle, den Leib und die Seele in brünstiger Marter zu üben.
Und als er kein Junker mehr war, nur noch ein bärtiger Mönch, zog er als Pilgrim ins heilige Land; aber die Mönche des heiligen Landes schickten ihn heim als einen unnützen Schwärmer.
Daß er gelehrt sei zu reden wie sie, ging er in eine Schule und schämte sich nicht, mit seiner Einfalt unter den Knaben zu sitzen.
Er war schon grau an den Schläfen, als er zum andernmal auszog mit seiner Verzückung, dem spanischen Volk sein Erlebnis zu sagen; aber die Priester nannten den närrischen Ritter bald einen Ketzer und sperrten ihn ein.
So ließ er mit Grimm die spanische Heimat und zog nach Paris, an den Brüsten scholastischer Weisheit zu trinken.
Da blieb er lange und wurde Magister; aber nun fand er Genossen seiner Verzückung: Streiter Gottes wollten sie sein, ohne Waffen, nur mit der Kraft und Einfalt des gläubigen Geistes gerüstet und streng im Gehorsam.
So wurde der Orden Jesu gegründet; aus gläubiger Einfalt und hitzigem Eifer blühte die Rose von Jericho wieder: nicht das Gewissen mit seinen Schlupfwinkeln der Seele, der Geist des Gehorsams gegen die Kirchengebote allein sollte die Jünger verpflichten.
Da war den Männern in Wittenberg der Gegner gewachsen; gegen die Freiheit des Christenmenschen baute die Kirchenzucht ihre Schranken.
Alles zur größeren Ehre Gottes, stand auf den Fahnen, aber Gott war die Kirche; sie stellte dem Zweifel die Frage, ob er im Trotz seine eigene Seligkeit wagen oder im Glauben des kirchlichen Gnadenschoßes sicher sein wollte.
Seid klug wie die Schlangen und sanft wie die Tauben! sagte die Schrift; die dem Kriegsmann der Kirche nachfolgten, trugen den Stahl des biegsamen Wortes als Panzerhemd unter dem spanischen Priestergewand.