Aber die Kirche wußte die Krallen zu nützen, ihr wuchs aus dem Gold die spanische Hand, dem evangelischen Aufruhr der Völker den Nacken zu beugen.

Karl, der letzte Schirmherr der Kirche, entfachte noch einmal den Kampf um die Stärke, als sich der Papst dem König von Frankreich gegen den Kaiser verband; er ließ das Gelüst seiner Landsknechte gehen, und wie seit Geiserich nicht mehr, wurde die ewige Stadt gebrannt und geplündert.

Aber Philipp der Zweite, sein Sohn, war nur noch spanischer König, kein Schirmherr der Kirche, nur noch ihr grausam gehorsamer Diener; wo der spanische Hut kam, hatte das Gold der Neuen Welt auch die spanische Hand stark gemacht, im Dienste der Kirche zu reiten.

Die Geusen

Wo das geteilte Gewässer des Rheins durch Sand und Sümpfe mühsam ins Meer sucht, von Friesland hinüber bis Flandern, hatten sich Friesen und Flamen ein breites Dasein gebaut, mit Häfen und Städten im Niederland, und wurden die lachenden Erben der Hansa.

Karl der kühne Burgunder hatte die Länder mit eisernen Fäusten gehalten und Max der Habsburger war nach der reichen Mitgift geritten; Karl seinem spanischen Enkel waren sie schon das Land seiner Herkunft; Philipp der Zweite ließ sie durch seine Schwester als spanisches Erbland regieren.

Aber das Niederland hing der calvinischen Lehre mit Eifer und Zuversicht an; als die spanische Hand durch strenge Edikte die Ketzer ausrotten wollte, schwuren die Edlen des Landes zu Breda den Bund, mit ihrem Blut dem schändlichen Brauch der Ketzergerichte zu trotzen.

Die Geusen hießen sie bald, weil sie als spöttisches Zeichen den Bettelsack trugen; noch brauchten sie keine Gewalt, aber das flämische Volk, zu trunkenen Taten geneigt, ließ seinen Zorn an den Bildern der Kirche wüst und lästerlich aus.

Den Aufruhr zu dämpfen, sandte der König den finsteren Alba ins Niederland; da mußten die Grafen Egmond und Hoorn zuerst auf den Block.

Sie kamen, den Herzog von Alba zu grüßen, und glaubten als Ritter des goldenen Vlieses vor Unbill geschützt zu sein; aber der Finstere fing sie mit lächelnder List: sie waren die Sprecher des Volkes gewesen und mußten den leichtgläubigen Mut unter dem Henkerbeil büßen.