Da kannten sie längst die heimlichen Türen und wußten das Ohr des lichtscheuen Kaisers rascher zu finden als seine Bürger: so wurden die Frevler geächtet, und Max, der Herzog von Bayern, zog eilig heran, den Spruch zu vollstrecken.
Die Stadt gehörte zum schwäbischen Bund, aber der Herzog lachte dazu: sie sollten ihm erst die Batzen bezahlen für all sein bemühtes Kriegsvolk!
Er hatte den lang begehrten Vogel gefangen und tat den Käfig nicht wieder auf; Rudolf, der lichtscheue Kaiser in Prag, sah nach den Sternen.
Da wurden die Städte und Fürsten gewahr, daß ein anderer Wind wehte, was heute einem geschah, konnte morgen manchen geschehen: calvinisch oder lutherisch war gleich vor der römischen Kirche, die drohend den Arm hob, sie alle als Ketzer zu treffen.
Sie ließen der Kanzel den Predigerzank, aber die Schwerter schlossen den evangelischen Bund der Fürsten und Städte, einander die Freiheit des Glaubens zu halten.
So stand der bayrische Herzog allein vor den Herren von Hessen und Sachsen, Brandenburg und der mächtigen Pfalz, und der Kaiser in Prag sah nach den Sternen; da rief er die geistlichen Kurfürsten auf, das katholische Schwert gegen den Bund der Ketzer zu schärfen.
Union und Liga hießen die Bünde des kommenden Streites: sie ballten die Mächte gegeneinander, sie teilten das Reich und das Volk und lagen als drohende Wolken des Unheils über dem deutschen Land, bereit, das Gewitter zu bringen.
Der Schwur von Loreto
Im selben Jahr, da Philipp von Spanien starb, tat vor dem heiligen Haus in Loreto ein Habsburger Jüngling den Schwur: mit Gefahr seines Lebens jegliche Ketzer aus seinem Land zu vertreiben.