Gut oder Glauben, so hieß noch immer die Frage des Schwertes: Tausend und Tausende wählten den Glauben, ließen die Heimat und ließen das Haus ihrer Väter, das Land der Verheißung zu finden; aber auf Erden war es die Fremde und bittere Armut.
Der Schild und das Schwert der katholischen Liga stand vor dem Kaiser, und hinter ihm hob sich der römische Schatten: Glück und Ende des Winterkönigs in Prag war nur der spöttische Anfang, nun kam der Ernst über Deutschland und wollte zum bitteren Ende.
Die Pfalz
Der mächtige Herzog von Bayern hatte dem Kaiser das Schwert nicht eher geliehen, als bis er den Lohn kannte: die Pfalz fiel ihm zu mit dem Kurhut, und spanisches Kriegsvolk mußte ihm helfen, daß er das Pfand in der Hand hielt. Spanisches Kriegsvolk und englische Söldner rissen einander die Dörfer und Städte der Pfalz aus den Händen; denn Friedrich der Pfalzgraf war Eidam des englischen Königs: England und Spanien brachten den eigenen Machthandel über die Pfalz.
Indessen der Winterkönig geächtet, der böhmischen Krone wie seines Kurhutes verlustig, sein törichtes Leben in Holland hinbrachte, rief englisches Gold dem bösen Krieg die Klopffechter auf.
Den tollen Mansfeld hießen sie ihn, der mit allerlei Volk den verlorenen Krieg durch die deutschen Landschaften schleppte; Freund oder Feind, sie mußten ihn nähren; wo er von dannen zog, hatte die eiserne Faust manches gerafft und vieles zerstört.
Als seine Haufen herzogen, von Tilly verfolgt, als sie den Tanz des Krieges begannen mit listigen Sprüngen, einander suchend einander auswichen und auf den Überfall lauernd Dörfer und Städte brandschatzten: bekam auch die Pfalz den böhmischen Winter zu schmecken.
Und blutiger Schwertschlag wurde der Tanz, als Christian, Prinz von Braunschweig, seine wilden Gesellen dem tollen Mansfeld beibrachte; seit Sickingen hatten die Landesgewalten nicht mehr einen solchen Verächter erfahren.
Er war noch ein Jüngling und hatte nach längst verschollener Sitte die Winterkönigin zur Herrin erkoren; er trug ihren Handschuh am Helm; alles für Gott und für sie, stand auf den Fahnen.
Zu Paderborn fand er im Dom zwölf Silberapostel, er prägte Taler daraus und hieß sie in alle Welt hingehen: Gottes Freund und der Pfaffen Feind, stand auf den Talern; und wer nicht für ihn war, war wider ihn.