Er traf ihn am Lechfeld gelagert; so stark hatte Tilly, sein greiser Schildhalter, die Schanzen gestellt, daß die Getreuen dem König den Angriff abrieten: er aber hatte über die Ostsee Brücken geschlagen und wollte nicht weichen vor einem steinichten Alpengewässer.
Die Lose waren geschüttelt, und das Glück fiel dem Mutigen zu, indessen Tilly, den zweifelnden Greis, eine Stückkugel traf: als der Schildhalter fiel, waren die Schanzen noch stark wie zuvor, aber der Kurfürst floh mit den Seinen, weil ihn der Mut und der Glaube verließen.
Lützen
Seni, der Sterndeuter, hatte dem Herzog von Friedland kühne Dinge geweissagt, nun kam die Erfüllung: die Fürsten im Reich und ihr Kaiser mußten den Tag von Regensburg büßen.
Der Herzog hatte sein Haus in Prag wie einen goldenen Käfig um seine Wünsche gehalten, von bösen Schmerzen geplagt und abergläubisch den Sternen verschworen, schien er der Welthändel satt.
Er ließ den Gesandten des Kaisers mit Ungnade an; die pfäffischen Feinde der Hofburg mußten den bittersten Spott seiner gichtigen Rachlust erfahren, bevor er im Rollwagen aufstand.
Eine Katze spielt mit der Maus, so nahm der Herzog den Habsburger Hochmut in die Krallen: als er den Feldherrnstab aufhob, war der Name des Kaisers nur noch das Siegel, die Macht hielt der Herzog allein in den gichtigen Händen.
So hatte die Zeit das Spiel der Mächte gewandelt: der Habsburger mußte dem Herzog von Friedland den Prunkwagen ziehen, der Winterkönig war ein Schaustück des Schwedenlagers geworden.
Verwegen den eigenen Zielen verschworen, standen die neuen Spieler im Feld: sie hoben den Arm und kreuzten die Degen; aber sie stießen nicht zu, weil sie einander erkannten.
Der Herzog kehrte das böhmische Land rein von den Sachsen und ließ den hochmütigen Kurfürst von Bayern drängen und betteln, daß er ihm hülfe; erst als sich der stolze Kriegsherr der Liga demütig nach Eger bemühte, kam er nach Bayern.