Schon sahen die Priester und Pfründner der Hofburg das blaugelbe Banner vor Wien; aber der schwedische König strauchelte nicht in der Gunst seiner Stunde.
Er sandte das sächsische Heer nach Böhmen, das Tor des Kaisers in Prag zu bedrängen; er aber äugte hinüber zum Rhein, wo die Kurfürstenmacht noch immer dem Reich das Krönungsgewand hielt.
Denn mehr als ein günstiger Frieden blühte dem König der Schweden aus seinem Sieg: Wien war Byzanz, er aber wollte, wie vormals der starkweise Dietrich, das Reich der Goten anders aufrichten.
Die Herbstnebel näßten das Land, als er die neue Heerfahrt begann; aber Weihnachten fand ihn schon warm in Mainz, wo er das kurfürstliche Nest mit seinem Schwedenvolk füllte.
Er war den uralten Weg der Sachsen gezogen, er hatte in Würzburg das fränkische Maintor gesprengt und hatte die Furt der Franken gefunden: wie die salischen Herrn und die Staufer ließ er das Banner der blaugelben Macht über dem Maifeld der Reichsherrlichkeit wehen.
Und als ihn Tilly von neuem ins Feld rief nach Franken und Bayern, ließ er den Kanzler Oxenstjerna im goldenen Mainz, der schwedischen Herrschaft am Rhein den Krönungsmantel zu halten.
Noch lag der Schnee auf den fränkischen Bergen, als ihm die Glocken von Nürnberg zu läuten begannen; Tore und Herzen hatte die Reichsstadt dem Schutzherrn der evangelischen Freiheit weit aufgetan.
Hier hielt kein Bischof und Fürst seinen Zipfel der Kaisergewalt fest, hier war der siebente Heerschild des Reiches im Bürgerkleid und grüßte den starken Verwalter.
Fester und fröhlicher, als er den Feldzug begann, stieß er nach Süden, den mächtigen Herzog in Bayern zu fassen, der für die römische Macht im Reich das listige Schwert und gegen den Kaiser in Wien die stolze Selbstherrlichkeit war.