Kirche und Kaiser waren das Herz und die Hand der christlichen Weltmacht gewesen und hatten den Bogen gespannt über die Völker: nun saß der Kaiser zwar noch in seiner Hofburg, aber das Reich gehörte den Fürsten.
Katholisch, lutherisch und reformiert konnte der Landesherr sein, wie er wollte; nur einen anderen Glauben als seinen brauchte er bei dem Untertan nicht zu dulden.
Frieden auf Erden hatte die Botschaft versprochen und hatte den wildesten Krieg über Deutschland gebracht; als gläubiger Christ hüben und drüben war der deutsche Mensch in die Zwietracht geraten, daß er dem Bruder die Glaubensgründe bestritt: in Konfessionen geschieden hatte das deutsche Volk die Einheit der Seele verloren.
Das Buch der Fürsten
Versailles
Ein scharfer Keil in der Habsburger Macht war das Land der Franzosen: von Flandern hinauf nach Burgund und drüben in Spanien bot ihm das Habsburger Weltreich die Flanken.
So war es geworden, als Philipp der Schöne hinüber nach Spanien freite, so wirkte es doppelt, als Karl, der spanische König, zurück in das Reich kam, Kaiser der Deutschen zu werden.
Viermal führte er Krieg mit Franz dem Ersten von Frankreich, daß ihm der Keil nicht die Flanken zersprenge; viermal nahm er den Keil in die Zange und konnte ihm doch die Schärfe nicht brechen.