Was aber Franz mit grimmigen Kriegen begann, vollbrachte mit List Richelieu: die Kaisergewalt starb hin an dem Schwur von Loreto, indessen der Kardinal den Feinden der Kirche beistand, die Flanken der Habsburger Macht einzustoßen.

Der Frieden zu Münster gab den Franzosen am Rhein, was der Kaiser verlor: das Reich war leer und zerschlagen, sie aber standen im Glück ihrer Stunde, und Ludwig der Vierzehnte kam, die abendländische Uhr auf sich einzustellen.

Er war noch ein Jüngling, als er im Jagdrock, die Peitsche keck in der Hand, ins Parlament kam, das Fürstenwort seiner Zeit auszusprechen: Der Staat, das bin ich!

Die Fürstenmacht hatte den Krieg gegen den Kaiser gewonnen, und Ludwig der Vierzehnte lehrte die Fürsten, ihr Siegerrecht auszukosten.

Der Staat war der König: Stände und Standesherrn, Bürger und Bauern waren ihm untertan und mußten dem König gehorchen als untertänige Diener; er war die Sonne, alles Licht im Staat kam von ihm, und alles war sein von Gottes Gnaden.

Seine Soldaten marschierten im Namen des Königs, seine Minister waren das Räderwerk höchsteigener Pläne, seine Beamten plagten den Untertan.

Daß seine Allmacht sichtbar würde dem eigenen Volk der Franzosen und den Völkern des Abendlandes, ließ er sich draußen, weit vor den Toren der Hauptstadt Paris die neuen Lustgärten bauen: das Schloß und den Park von Versailles.

Die starre Flucht seiner Fenster und der umgitterte Hof wiesen der stolz anlaufenden Straße den Rücken, das Antlitz war nach den Gärten gekehrt, die in unendlicher Weite über den breiten Terrassen ihr grünes Schaubild der blauen Ferne vorlegten.

Wachen und Gitter und blinkende Fenster sperrten den Eingang und reizten die Neugier; aber drinnen, von hundert Schranken behütet, hielt der Hof seine rauschenden Feste.