Melac! so riefen die Pfälzer danach ihre Hunde und hätten sie besser Liselotte getauft, die sich im höfischen Glanz von Versailles der glücklichen Jugendzeit freute, da sie im Schloßgarten zu Heidelberg Kirschen und Kuchen verzehrte.
Indessen so böses Mordbrennertum den rheinischen Winter und Frühling bedrängte, zogen die Heere der Fürsten zögernd zu Hilfe, und als sie bei Fleurus im Niederland endlich ausholten zum Schlag, fielen sie schlimm in den Degen der Welschen.
Zum zweitenmal konnten die Mordbrennerscharen den Rhein überschreiten, und diesmal sank Heidelberg hin: in Trümmer zerbrach das herrliche Schloß, und düster lag über der Stadt der schwelende Rauch ihrer Brände.
Der aber König der Mordbrenner war und der Schwager der Liselotte, von ihrer Prinzessinnenseele fröhlich bewundert, er ließ auf die brennende Stadt eine Schaumünze prägen, als ob Brandstiftung auch noch ein Zeichen fürstlichen Gottesgnadentums wäre.
Die Türken vor Wien
Der Schwur von Loreto hatte das Reich leer gebrannt, aber noch immer kam der Glaubenskrieg nicht zur Ruhe: ein törichter Aufruhr ehrgeiziger Junker gab auch in Ungarn der Ketzerverfolgung endlich das Schwert und das Feuer zur Hand.
Vierhundert Pfarrer wurden gleich Dieben gefangen, und die sich des Widerrufs weigerten, wurden im Namen des Königs auf die Galeere gebracht.
Aber da fing dem Kaiser in Wien das eigene Haus an zu brennen; Graf Tököly rief die Türken ins Land, und Kara Mustapha kam mit dem unendlichen Völkergewirr seiner Scharen, den Halbmond gegen das gleißende Kreuz von Habsburg zu tragen.
Zum zweitenmal standen die Türken vor Wien, und ihr gewaltiges Lager war eine brausende Springflut rings um die zitternde Stadt.
Die Jesuiten mit ihrem gehorsamen Zögling waren nach Passau geflohen; so wild war der Zorn des Volkes auf sie, daß ihrer viele das Leben verloren, und nur verkleidet konnte der Kaiser die schimpfliche Flucht wagen.