Sie nahmen im Frieden zu Münster Abschied vom Reich, ein Volk der freien Gemeinde zu sein wie einmal die Väter; Handel und Handwerk, Wohlstand und Weltlust hatten im Schutz ihrer starken Flotte geblüht, indessen das Reich sich selber zerstörte im Krieg um den Glauben.
Seit den Tagen, da Rom Republik war, hatte kein Bürgerstolz den Staat so in Ordnung gehalten, wie die Brüder de Wit das holländische Glück hielten.
Rundum begann die Fürstenselbstherrlichkeit ihre Throne zu bauen, sie aber deckten das Dach der Bürgerfreiheit mit blitzblanken Ziegeln und wurden die Zuflucht aller Verfolgten.
Der Bürger wurde sich selber das Ziel seiner Wünsche, seine Fröhlichkeit schmeckte den Sonntag der werktätigen Woche, sein Stolz sah den Reichtum der Welt auf breiten Schiffen ankommen, sein Trotz sah das Stadttor von wehrhaften Wächtern behütet – aber draußen im Land säte der Friede das Korn in die Furchen.
Und wie die Häuser behäbiger Bürgerschaft, wie ihre Kleider und Sitten, so wurde die Kunst in Holland: sie brauchte nicht mehr die Säle der Fürsten und Herren mit dem falschen Prunk ihrer Taten zu füllen, sie malte dem Dasein des Bürgers das Schaubild.
Bürger und Bauern sahen sich selber geschildert mit ihrem täglichen Umstand; das Vieh auf der Weide, das leckere Wildbret des Händlers, der helldunkle Raum ihrer Höfe, alles wurde behaglich auf saubere Tafeln gemalt, und die fröhliche Wolkenlast ihrer Landschaft.
So trat in Holland die Kunst aus den Kirchen und Höfen neu in die Wirklichkeit ein.
Rembrandt
Das Land war reich und seines eigenen Daseins fröhlich das Volk, daraus noch einmal ein Großer aufstand, uraltes Geheimnis der Seele neu zu verkünden.