Da war der Sperling ein Sperber geworden, der kleine Kurfürst von Brandenburg hatte allein die schwedische Großmacht geschlagen.

Ob er den Schweden noch einmal Pommern und Rügen hergeben mußte, weil ihn der Kaiser im Frieden verließ: Ludwig, der listige Rechner, hatte die Stärke erkannt und sandte ihm heimliche Botschaft.

Zwischen Wien und Versailles stand er nun schlagfertig da; im Handel der Großen galt er kaum mehr denn ein hitziger Klopffechter, aber sie mußten ihm seine Verträge halten.

Was Sachsen einst war, war Brandenburg durch ihn geworden: die protestantische Schutzmacht im Reich, die Hoffnung aller Vertriebenen und der Anwalt aller Bedrohten.

Mehr Untertanen gewann er durch Gunst als durch Kriege, und Landesvater hießen sie ihn, denen der Kurfürst in Brandenburg nach bitterer Verfolgung ein evangelischer Kirchenherr war.

August der Starke

Den deutschen Simson hießen die Lobredner ihn, weil er so stark war: Hufeisen zerbrach er wie Holz, und das wildeste Pferd wurde schwach unter seinen gewaltigen Schenkeln.

Er war nur ein Prinz aus Kursachsen, wo sein Vater, der Kurfürst, sich täglich betrank und sein Bruder, der Kurprinz, Sybilla von Neitschütz als lockeres Liebchen genoß.

So ging er wie alle Prinzen auf Reisen, und an den Höfen Europas war bald von dem unbändigen Jüngling die Rede, der die Frauen und Pferde wie keiner zu bändigen wußte, und der die Laster der höfischen Welt lachend genoß.