Künste und Wissenschaft schienen ihm Laster und Torheit; Gesangbuch und Bibel, mehr brauchte es nicht, und wen die Musik lockte, der mochte ein Kirchenlied singen.

So war der preußische Königshof keine Stätte, sich bunt und leicht zu vergnügen; seine Stunden gingen im Trommeltakt, und sein Abendgenuß war eine Wachstube mit Tabak und Bier und saftigen Späßen.

Aber der König im Soldatenrock, der seinen Stock als Überredung gebrauchte und der seinem Untertan kein anderes Recht gab, als zu gehorchen, tat seine Pflicht so treu und genau, wie er sie selber verlangte.

Sie lachten seufzend und liefen erschrocken davon, wenn er sich nahte; aber sie sahen den Staat trefflich bestellt; und wo in den anderen Ländern die Löcher der Schuldenlast faulten, wuchsen bei ihm die silbernen Haufen der Taler.

Denn der König von Preußen, den die anderen Fürsten für einen geizigen Grobian hielten und der in Potsdam wie ein Landedelmann wohnte, war ein kluger Haushalter und ein Meister gerechter Verwaltung.

Es gab keinen kargeren Dienst als in Preußen, aber es gab auch keine höhere Ehre: wie der Soldat den Rock des Königs trug, so hielt der Beamte sein Siegel.

Der Staat des Soldatenkönigs war wie eine Kaserne verwaltet; aber der Bürger und Bauer kam zu dem Seinen, indessen Minister, Mätressen, Pferde und Jäger den kargen Wohlstand der Länder rundum verzehrten.

Der Gutsherr von Rheinsberg

Der preußische König, sein Land mit dem Krückstock regierend, wollte den Sohn nach seinem Bilde erziehen; der aber hing an den Schößen der Mutter, die eine welfische Fürstin und heimlich dem höfischen Prunk zugetan war, wie der König ihn haßte.

Auch war der Kronprinz ein kränkliches Kind, dem alles soldatische Wesen leid war; verstohlen die Flöte zu blasen und die Bücher französischer Dichter zu lesen, rief seiner Sehnsucht ein anderes Königreich wach, als das der König regierte.