Wohl ließ er jedem das Seine und seinen Glauben dazu, wohl nahm er den Dreispitz und nickte von seinem Pferd, wenn sie ihm jubelnd zuliefen, der ihrer Liebe und Ehrfurcht der alte Fritz und der preußische Ruhm blieb: aber er konnte die Liebe mit keiner Liebe entgelten und war im Alter mit Kälte, was er in seiner Jugend mit Hitzigkeit wurde, ein harter Menschenverächter.

Der Liebling des Volkes schrieb seine Bücher französisch, weil er die deutsche Sprache nicht anders zu sprechen vermochte, als sie ein Feldwebel sprach; seiner hochmütigen Lebensluft blieb jeder als Untertan fremd, weil er ein König und Feldherr wie keiner, aber ein Fürst seiner Zeit war.

So hing ihm der Ruhm seiner freien Gesinnung, seines funkelnden Geistes und seiner Kriegstaten an wie ein geliehenes Kleid; er war der oberste Diener des Staates, aber nicht seines Volkes.

Einsam und bitter ins Abendrot blickend von seiner hohen Terrasse, starb Friedrich, der König von Preußen; nur noch sein Windspiel war um ihn, als er die großen Augen zu Sanssouci schloß, um die Messerspur seiner Lippen den grausamen Zug der Menschenverachtung.

Maria Theresia

Sich selber und Habsburg die Kronen zu retten, mußte die Tochter des Kaisers acht Jahre lang den Erbfolgekrieg führen, bevor ihr das Erbteil im Frieden zu Aachen anerkannt wurde.

Sie war nur eine Frau; denn Franz, ihr Gemahl, das Franzl geheißen, zählte nicht einmal in Österreich; aber sie hatte ein tapferes Herz, und ihre freundliche Schönheit rührte die Liebe der Völker.

Auch war sie klug und entschlossen und wußte zu geben, wo sie zu nehmen vorhatte: als sie in Ungarn erschien, bedrängt und genötigt, um Beistand zu bitten, war ihre Hand nicht leer; die Magnaten dankten der jungen und schönen Königin, daß sie so klug in der Not war.

So wurde Ungarn das Herz ihrer Länder; hier war sie gewählt und gekrönt, hier konnte ihr keiner das Recht zu herrschen bestreiten, hier fand sie den Mut und die Macht, die anderen Kronen zu halten.