All ihre Feinde bezwang sie, zuerst die Puppe der Pompadour, den Kurfürsten Karl Albert von Bayern, den die Mätresse des Königs von Frankreich als Kaiser in Frankfurt ausrufen und aushalten ließ.
Nur Friedrich, dem preußischen König, mußte sie Schlesien lassen; zweimal verlor sie den Krieg, nicht aber den Zorn auf den Räuber und den glühenden Wunsch ihrer Rache, das preußische Unkraut zu vernichten.
Elf Jahre lang ließ sie die Saat mit Ungeduld wachsen: die Kaiserpuppe der Pompadour starb in Erbärmlichkeit hin, Franz, ihr Gemahl, wurde als Kaiser gekrönt, und Kaunitz, ihr kluger Minister, kam sacht in das Spiel.
Er machte den Frieden zu Aachen als Sieger, aber er ließ den Franzosen klüglich den Ruhm, aus Edelmut zu verzichten; er saß als Gesandter in Frankreich und knüpfte die Fäden in stiller Geduld, bis das unmögliche Band gewebt war, bis die Tochter des Kaisers mit der Pompadour einen Pakt schloß.
Nur Frauenhaß konnte so fremde Fäden verschlingen; als die Zarin als dritte dazukam, gereizt durch den Spötter, als die drei Großmächte noch Schweden und Sachsen in ihren Rachebund nahmen: da schien die Tochter des Kaisers am Ziel.
Aber der Spötter in Sanssouci hatte nur scheinbar getändelt, der Fuchs brach aus, ehe die Jäger den Bau umstellten, und aus der listig bereiteten Jagd wurde die siebenjährige Plage des Krieges.
Sieben Jahre vergeblicher Hoffnung und harter Enttäuschung machten Maria Theresia alt; als ihr Franzl zu kränkeln begann, mußte sie hoffnungslos den Frieden von Hubertusburg unterschreiben.
Der Spötter von Sanssouci hatte gesiegt; der ihrer katholischen Frommheit der Ketzer und ihrem Frauenstolz eher der Teufel denn ein Menschenkind war, konnte als Sieger heimreiten, indessen ihr nur die Tränen um Schlesien blieben.
Der grausame Krieg und die Hoffnung so vieler Jahre gingen Maria Theresia schmerzlich verloren, aber sie war in der schlimmen Bedrängnis die Mutter des Landes geworden.
Sie hatte kein Sanssouci, wo sie in fürstlicher Laune dem Untertan fremd blieb; sie war eine Frau und allzeit zärtlich besorgt, und hielt ihre Brust der Menschlichkeit warm.