Sie wurden mit Steinen geworfen und starben im Zorn seiner Mannen; aber dem Amelungen schmeckte kein Wein mehr, er siechte hin an den Wunden.
Das aber, heißt es, geschah zu der Zeit, da die hunnischen Reiter einbrachen ins gotische Land mit unermeßlichen Scharen; der unter Kühnen König war, mußte brach liegen und die Boten abwarten der dritten verlorenen Schlacht.
Als er die Brandfackeln flammen sah in der Nacht, hielt er das Schwert, zu schwer seinen Händen, und warf sein Herz in die Schärfe, daß kein sterblicher Mann sich zum andernmal rühme, sein Schwert mit dem Blut des Amelungen gerötet zu haben.
Alarich
Als die Westgoten dem römischen Kaiser Söldnerdienst taten, wurde Alarich König, aus dem Baltengeschlecht, das ist der Kühnen.
Er sah sein verschlagenes Volk untergehen in den östlichen Mittelmeergärten, darin es klüglich verteilt war, von Mösien über den Hellespont hin bis weit ins syrische Land.
Er aber wollte Volkskönig sein gleich seinen Vätern und dem verschlagenen Volk ein Vaterland finden; denn nur, was das Schwert hielt, war noch Besitz, als mit der Eifersucht törichter Knaben in Rom und Byzanz das wankende Weltreich zerbrach.
Kühner als vormals die Kimbrer ging Alarichs Fahrt, durch keine Habe behindert als durch das Schwert und die Zelte des Lagers: bald stand er mitten in Griechenland, Hellas und Sparta hörten wieder den Schwertschlag und die blonden Räuber der Frühe.
Stilicho der Vandale, der dem Kaiserknaben in Rom die Steigbügel hielt, kam mit Schiffen und großer Kriegsmacht, den Kühnen zu fangen: aber der Neid von Byzanz öffnete listig die Falle und wies der gotischen Heerschar das dalmatinische Küstenland an.
Seitdem züngelte Alarichs Schwert scharf zwischen Rom und Byzanz; an der steinichten Schwelle der römischen Gärten sah er die Lockung reicher Landschaften vor seiner Tür.