Sie sperrten die Täler mit Ketten, sie rollten die Steine von den Bergen, sie riefen das Land zur letzten Wehr auf und mußten in Brand und Blut zuletzt doch ersticken.
In einer Alphütte hoch im Passeyr saß Hofer der Sandwirt lange verborgen, aber ein Judas verriet ihn um Geld, und die Häscher fingen den Starken.
Er blieb auch im Unglück der mutige Mann; als er in Mantua fiel unter den Kugeln der Feinde, aufrecht und stolz, weil er ein gläubiger Mann aus Tirol war, wurde er groß im deutschen Gedächtnis.
Das aber geschah zu der Zeit, da der Habsburger Kaiser in Wien seine Tochter dem Korsen verlobte.
Luise
Eine Prinzessin aus Mecklenburg wurde in Preußen Königin; ein Kind fast noch, als sie im Brautwagen kam, und eine junge Mutter, als sie nach harmlosen Jahren harmvoll dahin ging.
Goethe hatte an ihre Jugend gerührt, Anmut und Frohsinn waren um ihre Tage gewesen, da sie in Paretz die liebliche Gutsherrin spielte, bis ihr der Sturmwind das Kartenhaus umblies.
Da mußte die Gutsherrin Königin werden, und alle Schmach, die auf Preußen fiel, legte Herzeleid über die Frau, die so stolz wie schön und so stark wie anmutig war.
Eine böse Winterfahrt war es nach Königsberg von Berlin, und die flinken Husaren ritten den Wagen des flüchtenden Hofes dicht auf der Spur; in Memel erst, wo die russischen Weiten sie schützten, konnten sie bleiben und warten, was dem preußischen Land und seinem König von dem Korsen geschähe.
Die Königin haßte den Sohn der Hölle wie eine Kröte, die ihr das Sonntagsglück störte, und mußte ihm doch die zitternde Hand geben, als ihre Anmut Napoleon dargereicht wurde, seinen harten Sinn zu erweichen.