Wie nun die Wolken in Deutschland zu wehen begannen, daraus sich das Ungewitter über Napoleon ballte, ließ Theodor Körner die schöne Braut und den jungen Ruhm in Wien hinter sich, zu den preußischen Waffen zu eilen, obwohl er ein sächsischer Untertan war.

Die schwarze Freischar der Lützower Jäger und Reiter nahm ihn mit den andern Jünglingen auf, die nicht zur Armee konnten, und ihre Eigenlust suchten, das Vaterland zu befreien.

Sie führten den kleinen Krieg zwischen den Kanonen der Großen und hätten mit ihren Waffen allein dem Korsen kaum Schaden getan; aber der Ruhm der schwarzen Freischar umflatterte den Mächtigen, wie die Raben den Bussard.

Und der fast noch ein Fant war und ein Füllhorn leichter Gedichte, sang der Schar seine Lieder, darin die Jünglingslust am reiten, klirren und siegen brauste; darin sich der Frieden wegwarf in den Krieg und der Tand in den Tod; darin das Schwert der Zweck der Hand wurde und die Kugel ihre Tücke verlor.

Bei Kitzen verwundet und, kaum gesund, schon wieder im Feld, sank Theodor Körner bei Gadebusch zu früh in den Tod, mehr als die herrliche Hoffnung des Sieges zu erleben; und die Freunde begruben ihn da unter der Eiche.

Aber die Lieder blieben und wurden nach Frankreich hinein gesungen: Leyer und Schwert hieß das kleine Buch, darin sie gesammelt standen, den Namen des Dichters in alle deutschen Herzen zu tragen.

Denn nun war die Wendung geschehen: nicht mehr geworbene Söldner hatten den Krieg geführt; das Volk war aufgestanden, die Landwehr hatte den Sieg über die fremden Bedrücker errungen.

Nach einem Jahrtausend war das Schwertrecht des freien Mannes wieder zur Geltung gekommen, und Theodor Körner hatte dem alten Schwertrecht die neuen Lieder gesungen.

Blücher

Als die Erhebung des preußischen Volkes Blücher ins Feld rief, war der Feldmarschall schon ein Greis, aber sein Name warf Mut in die Menge.