Er war kein Meister der langen Berechnung, und er liebte die hohe Strategie nicht; ein Haudegen nur – von Gneisenau, seinem Feldherrn, mit Umsicht geleitet – ritt tollkühn ins Feld: aber den fröhlichen Schnauzbart liebten die Jungen und Alten, weil er aus uraltem Holz germanischer Reiter- und Kriegslust geschnitzt war.

Die Völkerschlacht

Schlimmes hatten die Völker ertragen, und Krieg war gewesen seit Menschengedenken, auf allen Straßen Europas waren die Heere des Korsen marschiert, in vielen Hauptstädten hatten die Hörner den siegreichen Einzug geblasen: nun ballte der Krieg sich zusammen, einmal ein Ende zu haben.

In Sachsen hatte die Meute das korsische Raubwild gestellt, noch schlugen die Tatzen gewaltig, aber schon schweißte die Spur, als es bei Leipzig sein letztes Versteck nahm.

Von Norden, Süden und Osten bedrängten die Heere das Lager, darin der Meister des Schlachtfeldes stand, bereit, seine Gegner zu packen.

Solange die neue Welt war, hatte die Menschheit solche Schlacht nicht gesehen, fünfhunderttausend Soldaten brachten ihr Leben, zweitausend Kanonen brüllten hinein, meilenweit brannten die Dörfer, meilenweit wurden die Felder zerstampft, bis in die brütende Ferne brauste die Erde.

Macht wollte der Macht die Wurzeln ausreißen, aber die Wurzeln hingen im Blut lebendigen Daseins: mehr Leichen lagen um Leipzig, als in der erschrockenen Stadt Einwohner waren, und das Blut der Erschlagenen färbte die sumpfige Pleiße.

Drei Tage lang liefen die Heere an, drei Tage lang spannte der Ring seine gewaltigen Kräfte, bis es am dritten Abend gelang, den Höllenschlund zu umfassen.

Eine Mühle stand auf dem Hügel hinter Probstheida: da saß zur Nacht bei dem flackernden Feuer ein Mann auf dem Feldstuhl, der einmal der Herrscher des Abendlandes war.