Denn Geiserich, das ist Speerfürst, nahm das karthagische Land, verwildert durch Aufruhr und Kirchengezänk, in harte Verwaltung, und war auf der Burg von Karthago der Seefahrerkönig, den keiner bezwang.

Und als ihn Eudoxia rief, den gemordeten Kaiser und Gatten zu rächen, vergalt er den Römern den Brand von Karthago; mit seinen Schiffen fuhr er hinein in den Tiber und ließ sich durch Leo, den drohenden Bischof, nicht schrecken.

Und ließ die gedemütigte Herrin der Welt sein Siegerrecht fühlen; wie vorzeiten die römischen Schiffe den Raub heimbrachten aus dem zerstörten Karthago, vergalt er Gleiches mit Gleichem und trotzte lachend dem Fluch der römischen Priester.

Und hielt seinen Horst an der klippigen Küste, und blieb in den Mittelmeergärten der Seefahrerkönig, den keiner bezwang, bis er heimging im Alter, versammelt zu den Vätern im Waldland der Oder:

Der als Knabe mit über den Rhein geritten war und als würdiger Greis auf der Burg von Karthago, geliebt von den Seinen, das Abenteuer seines reisigen Lebens reich und rund gespiegelt sah in der Mittelmeerbläue.

Die Hunnenschlacht

Als Etzel, Heerfürst der Hunnen, ausritt von Ungarn ins gallische Land, kam die große Sturzwelle der Völker, alles ersäufend in ihrer Bahn, was die Flucht ins Gebirge versäumte.

Wie Rabenflug war der Ritt seiner Scharen, und rascher kaum rannte der Schrecken vor ihnen her, als der Hufschlag der struppigen Pferde.

Da half nicht Schwert und nicht Schwur, der berittenen Unzahl zu wehren: so unaufhaltsam schwoll das Gewässer der hunnischen Reiter ins Land, daß schon im Sommer die ersten Sturzwellen um Orleans schäumten.