Als Mißwachs und Dürre das Brot teuer machten, als der Hunger mit hohlen Backen herum ging, als den Müttern das Kind an den welken Brüsten verdarb: stand fiebernden Auges die Kreatur auf, ihren Jammer zu rächen.

Das Stroh sei wohlfeil und Häcksel zu essen nahrhaft genug für die Weber! höhnte ein satter Fabrikant, aber das Wort war Feuer in Zunder geworfen; sein reiches Haus mußte den frechen Hohn büßen; und wie es in Peterswaldau geschah, so drohte es bald allerorten.

Rache den Reichen, Feuer ihren Fabriken! so raste das schlesische Fieber; aber die hohe Regierung in Breslau zögerte nicht, die Krankheit zu dämpfen.

Soldaten des Königs von Preußen mit blanken Helmspitzen und scharfen Gewehren marschierten auf harten Befehl; sie schossen und halfen der Not, den Kirchhof der Weber zu füllen.

Einen Dom in Berlin zu bauen, reicher und schöner, als ihn die alte Herrlichkeit kannte, plante der König, indessen in Schlesien solches geschah: einen Dom im Namen der Liebe, die unter den Armen und Mühseligen suchte, aber den Tempel zerbrach.

Die Fabrik

Seit urgrauer Zeit liehen Wasser, Feuer und Wind dem Menschenwerk ihre Kräfte; nun kam der Dampf in die Hände der Menschen, das stärkere Kind aus Wasser und Feuer.

Mühlräder pochten und mahlten, die Segel blähten im Wind übers Meer, wenn er nicht schlief: es war ein friedliches Tun der elementarischen Mächte, dem Menschen zu helfen, starkes Behagen gütiger Kraft.

Aber der Dampf diente dem Menschen nicht frei, in eisernen Kesseln, Röhren und Kolben gefangen wurde das luftige Kind aus Wasser und Feuer ein Dämon, Knechtsarbeit zu tun und zu zeugen.

Zischend sprangen die Kolben vor seinen zornigen Stößen, Schwungräder sausten und flackernde Treibriemen brachten die wilde Bewegung auf Spindeln, Spulen, Sägen, Hämmer und Zangen.