Anders als einst, da die Stämme mit ihrer Wagenburg zogen, war nun die Ausfahrt; das Dorf blieb stehen mit seinen Häusern und Nachbarn, nur der Mann mit den Seinen ging fort aus der Sippe; der Einzelne, verdrossen und fremder Lockung verfallen, verließ die Gemeinschaft.

Nicht länger mehr sollte das Schicksal der Väter über ihm sein, dem fremden Landfahrer gleich wollte der einzelne Trotz das eigene Schicksal beschwören, in der neuen Welt die Wohlfahrt zu finden, die ihm die alte versagte.

Einzelne nur verließen so harten Mutes die Heimat, aber Tausende kamen nach Bremen und Hamburg; da standen die Schiffe, für andere Fracht als Ballen und Säcke und Tonnen gerüstet; da saßen die Reeder an ihren Tischen, aus solcher Fracht üblen Lohn zu gewinnen.

Gewinnsucht und Händlersinn sahen nur das Geschäft und ließen die Menschlichkeit leiden: wohl hatten die Schiffe im Oberdeck Säle und reiche Kabinen, unten im Zwischendeck wurde den Armen die Fahrt über das Wasser zur Hölle.

Aber die Höllenfahrt war nur das Tor in die Welt, die mit grellem Schein lockte, weil sie voll Dunkelheit war; Gewinnsucht und Händlergier blieben an ihre Fersen geheftet, und Viele mußten im Elend verderben, bis Einem die Fahrt glückte.

Die schlesischen Weber

Sie woben die Leinwand wie ihre Väter, sie waren fleißig und fluchten dem Webstuhl nicht, darin sie um kargen Verdienst saßen, wie das Eichhorn im Tretrad die flinken Füße vertritt.

Aber dann kam die Fabrik und schnallte den Webstuhl an ihre Maschinen; da schnurrten die Räder und sausten die Spindeln, wie nie ein Weber sein Schiffchen zu werfen vermochte; da wurde die Leinwand wohlfeil und drückte den kargen Verdienst, bis er ein Hungerlohn war.

Sie aber hatten nichts auf der Welt als den Webstuhl, sie lebten vom Lohn ihrer mühseligen Arbeit und sahen ihr ärmliches Dasein verloren: der Mangel wurde zur Not und die Not zur Verwünschung der neuen Fabriken und ihrer wohlhabenden Herren.