Mangel, Not und Bedrückung nahmen einander den deutschen Tag aus den Händen.

Noch immer war Metternich Meister, und wo ein Fürst Hof hielt, hielt der Geheimrat das Schwert und die Waage der Willkür, die sich von Gottes Gnaden Gerechtigkeit nannte.

Kein Vaterland war, nur Länder, den Fürsten erbzugehörig samt Krone, Zepter und Untertan; und wer in den Ländern ans deutsche Vaterland glaubte, war dem Geheimrat böser Gesinnung verdächtig.

Indessen dem Übermut adliger Herren der Tag und die Stunde willfahrten, mußten Bürger und Bauern in Demut verharren, was ihnen der Übermut gönnte.

Mit karger Gemarkung lagen die Dörfer zwischen den reichen Ritterschaftsgütern, allen Gesetzen zum Trotz mußte das niedere Landvolk der Gutsherrschaft fronen.

Und daß in der Stadt Gleiches geschah, fing die Fabrik ihr Teufelswerk an: Armut und Häßlichkeit gaben einander die Hände und hoben den Haß aus der Tiefe, weil in der Arbeit um Lohn kein Segen mehr war.

Aber – so kam die Kunde – über dem Wasser war Arbeit, Freiheit und Achtung des ehrlichen Mannes, über dem Wasser war Land, unermeßlich, ein neues Leben zu bauen.

Listige Werber wußten mit bunten Bildern der Wohlfahrt zu locken: die neue Welt wurde die Hoffnung der alten; Amerika rief die Not und den Überdruß auf, das Abendland zu verlassen.

So fing in den Dörfern der Pfalz, in Baden und Schwaben, in Bayern, Sachsen und Preußen die Auswanderung an zu rinnen, und ging als ein Strom in das Meer bei Hamburg und Bremen.

Felder und Wiesen, seit Urvätertagen mit Saat und Ernte gesegnet, wurden vergantet; Stall und Garten und Vieh, vertraut wie die Berge und Bäche, das Haus und der Hausrat, ererbt von den Eltern und ihrer Erinnerung voll: alles, was Fleiß, Sorge und Hoffnung der Heimat verband, die Gräber, mit Ehrfurcht gepflegt, wurde verlassen.