Sie bauten am Dom der deutschen Verfassung, und als die Märztage jährten, war das Gewölbe geschlossen: ein Volks- und ein Staatenhaus sollten den deutschen Reichstag darstellen, ein Erbkaiser sollte der deutschen Einigkeit Schildhalter sein.
Die besten Männer des Volkes hatten das Werk mit dem unbeugsamen Mut ihrer Meinung vollendet, sie hatten gedacht und geglüht und gestritten, und niemals war deutscher Geist so tätig am Vaterland als in der Paulskirche zu Frankfurt.
Als dann die Kaiserwahl war, sprachen die Männer aus allen Gauen und Ständen echter und rechter die Stimme des Volkes, als je die Heerschilde taten; die stürmische Zeit hielt in der Paulskirche zu Frankfurt den Stundenschlag an, als die Gemeinde der Freien, uralte Herkunft erfüllend, sich selber zum Kurfürsten machte.
Sie wählten den König von Preußen als Kaiser; die Glocken begannen zu läuten wie nie, Böller und brausender Ruf in den Gassen verkündeten laut, daß endlich wieder ein Reich, daß über den Stämmen und Ständen, über den Fürsten und Ländern ein Schirmherr des deutschen Vaterlandes wäre.
Der König von Preußen
Aber der König von Preußen war weder ein Mann noch ein Mut, nur eine schweifende Rede, er haßte den Geist seiner Zeit und spielte mit Worten, deren Gedanken ihm mißfällig waren, deren Taten er niemals vermochte.
Als ihm die Männer aus Frankfurt die Gabe des deutschen Volkes darbrachten, schwoll seine romantische Seele im Rittersaal auf, wo er die Sendung mit großem Gefolge empfing.
Statt einem männlichen Ja gab er nur eine Rede, die keine Tür schloß und keinen Weg ging, die alle Herzen verdrießen mußte.
Nur aus den Händen der Fürsten, nicht aus dem Aufruhr der Völker – so ging der Sinn seiner Worte – könne der König von Preußen die Krone annehmen.