Aber die Dogge bekämpfte den Seehund; auf ihren Inseln saßen die Dänen geschützt vor den Preußenkanonen; ihre Kriegsschiffe plagten die wehrlosen Küsten, sie fingen die Schiffe und schossen die Städte in Brand; und ob der zornige Wrangel in Jütland den Wallenstein spielte, sie ließen nicht ab und höhnten den täppischen Sieger.

Denn hinter Dänemark standen drohend die Mächte: England und Rußland hielten dem dänischen König die Arme, bis der Waffenstillstand von Malmö der Dogge den Fang nahm.

Die preußische Garde mußte noch einmal durch Schleswig-Holstein marschieren; Wrangel, ihr zorniger Feldmarschall, konnte nicht mehr nach Herzenslust schießen und schlagen: die Sieger vom Mai kamen im Sommer betrogen zurück.

Die Männer von Frankfurt wollten den Pakt von Malmö verwerfen, die Paulskirche dampfte von glühenden Reden, durch das deutsche Volk lief der Zorn seiner Schwäche.

Denn nun sahen alle, daß noch kein Vaterland war: der König von Preußen hatte den Frieden gemacht, als ob kein Parlament wäre; die Männer von Frankfurt mußten sich beugen, weil ihr Beschluß keine Macht, ihre Rede keine Waffe, ihr Verweser kein Kaiser über der Fürstengewalt war.

Die Kaiserwahl

Deutschland wollte ein Vaterland werden, weil es ein Volk war; aber der Habsburger Rest der alten Reichsherrlichkeit hing ihm das Schneckenhaus seiner undeutschen Völker an: Polen, Magyaren, Slovenen, Italiener, Tschechen, Ruthenen waren der Hofburg in Wien untertan.

Großes Schicksal hatte der Kaisergedanke über die Deutschen gebracht, und die alte Reichsherrlichkeit war der Traum der Romantik gewesen: nun die Männer in der Paulskirche das deutsche Haus bauen wollten, stand ihnen der Rest des Reiches im Wege.

Sie hatten an der Vielheit der Fürsten genug und waren keiner Vielheit der Völker bedürftig; von der Maas bis zur Memel, von der Etsch bis zum Belt waren sie im Namen der deutschen Stämme nach Frankfurt gekommen, die deutsche Einheit zu bauen.