Das Reich solle sein wie ein Dom, sprach Uhland, der mannhafte Dichter aus Schwaben: Österreich und Preußen die ragenden Türme über den Türmchen und Wimpergen der kleineren Staaten, alle gegründet im Fundament der starken Domeinheit.
Und als dann wieder ein Domfest war zu Köln am Rhein, trank der König von Preußen den wackeren Bauleuten zu und ihrem Baumeister, dem Erzherzog am Dombau der Deutschen.
Alles schien herrlich gerüstet, aber die Werkleute wußten, daß ein gefährlicher Sprung die ragenden Türme entzweite, daß nur ein Notdach war statt einem Gewölbe, und daß durch die Fenster des Königs von Bayern, mit großer Gebärde gestiftet, das neue Licht allzu bunt in den ehrwürdigen Raum fiel.
Malmö
Schleswig-Holstein meerumschlungen! sangen die Kinder und Greise in Deutschland, da die Landstände in Kiel ihrem Herzog, dem König der Dänen, den Gehorsam absagten.
Ewig ungeteilt sollten Schleswig und Holstein zueinander gehören – so hatte der Spruch der Belehnung vierhundert Jahre gegolten – nun wollte der dänische König und Herzog für Holstein eigene Stände gewähren, Schleswig sollte für immer dem dänischen Staat zugeteilt sein.
Aber das Volk diesseits und jenseits der Eider war deutsch und wollte im neuen Vaterland bleiben, statt einem fremden Herrn zu gehören; so kamen die Boten nach Frankfurt, Hilfe für Schleswig-Holstein zu holen.
Die Männer in Frankfurt hießen die Boten willkommen; als ob noch einmal die große Zeit käme, strömten Freiwillige zu, den deutschen Brüdern gegen die Dänen zu helfen; auch der Bundestag wollte nicht fehlen und gab seine Vollmacht dem König von Preußen.
Da konnte die preußische Garde marschieren, und Wrangel, ihr zorniger Feldherr, konnte nach Herzenslust schießen und schlagen: Aprilwetter war, da die Truppen auszogen; schon am zweiten Mai stand ihre Übermacht siegreich in Jütland.