Kein Bundestag konnte ihn da mit dem Schild der Gerechtigkeit stören; die Habsüchte von Preußen und Österreich waren allein, und als sie einander die feindliche Bruderhand gaben, hatte die Hofburg dem deutschen Bund die preußische Kränkung mit eigener Kränkung vergolten.
Was ewig ungeteilt bleiben wollte, wurde als Beute der Mächte zerrissen: Preußen nahm Schleswig und Österreich Holstein; Lauenburg wurde um dänische Taler an Preußen verhandelt.
Da sahen die Völker im Vaterland, daß über dem Schild der Gerechtigkeit die Schwerter der Macht gekreuzt waren; die Großen allein wollten den Handel begleichen, die Großen in Wien und Berlin, die den deutschen Bund kaltblütig übergingen.
Die Zange
Seit Gastein begannen die Klugen das tolldreiste Glücksspiel zu ahnen; der König von Preußen hatte den Junker von Bismarck zum Grafen gemacht, und keine Bedenklichkeit konnte den kühnen Spieler erreichen.
Er trotzte dem preußischen Landtag, er höhnte die Bundesgesandten, und mehr als ein Bruch der Verfassung geschah dem deutschen Gewissen, als er dem schwarzgelben Bruder den welschen Feind auf den Hals hetzte.
Frankreich und Österreich hatten den letzten Gang um die römische Erbschaft der Kaiser gewagt, und Victor Emanuel war, der sardinische König, der Spieler Frankreichs gewesen.
Er hatte in blutigen Kämpfen den Einsatz gewonnen; aus einem Flickwerk von Staaten war endlich ein einiges Volk auferstanden: Italien hieß es sein Land und Victor Emanuel seinen ruhmreichen König.
Noch einmal hatte das uralte Schlachtfeld der Völker den Lärm und die Leiden des Krieges erfahren, und schwer waren die Schläge Radetzkys gefallen, ehe die Lombardei von den schwarzgelben Fahnen befreit war.