Ehe Mac Mahon in Marsch kam mit seiner saumseligen Macht, hatte der Kronprinz den Lauterbach überschritten, den Feind im Elsaß zu packen.

Der Geisberg bei Weißenburg wurde von Preußen und Bayern erstürmt und danach bei Wörth der stolze Mac Mahon geschlagen; ehe sein Heer beisammen war, riß schon der Strudel der schmählich verlorenen Schlacht die fliehenden Massen über den Wasgenwald hin.

Die Steige von Zabern war frei, als Sieger marschierten die Söhne der süddeutschen Länder hinein in das uralte Schlachtfeld der katalaunischen Felder.

Am selben Tag, da Mac Mahon bei Wörth den Ruhm von Magenta verlor, berannten die Preußen der ersten Armee die Spicherer Höhen hinter Saarbrücken; blutige Stürme liefen vom Mittag bis in die Nacht gegen die steilen Waldberge an, Tausende mußten ihr Leben um einen Schritt lassen.

Aber der Schritt machte den Weg nach Lothringen frei, und Lothringen war mit seiner gewaltigen Festung der Schlüssel, den Krieg nach Frankreich zu tragen.

Metz

Auf einer Insel der Mosel, durch waldige Hügel gedeckt, von einem Stachelring starker Vorwerke umschlossen, lag Metz, die mächtigste Festung der Welt, dem Einmarsch nach Frankreich zu wehren.

Hier sollte der Feldzug des Kaisers nach Mainz und Preußen beginnen, aber die Sieger von Spichern und Wörth nahmen ihn gleich in die Zange; auch die stolze Rheinarmee fand den geträumten Siegesweg nicht, und der Marschall Bazaine nahm dem erschrockenen Kaiser den Oberbefehl ab.

Der Marschall wollte zurück, Mac Mahon zu finden, aber er säumte zu lange; bevor sein Abmarsch begann, standen die Preußen vor Metz, und das blutige Sechstagewerk fing an, sein Heer zu zermalmen.

Sechs Tage lang riefen die großen Kanonen der Festung zum Tanz, sechs Tage lang brüllte die Schlacht ihre Antwort, sechs Tage lang bebte die Erde, sechs Tage lang waren die Hügel um Metz eine Hölle.