Am selben Nachmittag noch mußte die Zitadelle die weiße Fahne aufziehn; und als der Parlamentär aus der Festung zurück kam, war mit dem Heer von Mac Mahon der Kaiser Napoleon selber gefangen.

Der in den Tuilerien als Schiedsrichter über dem Abendland saß, der den Ruhm seines gewaltigen Namens und den Glanz des zweiten Kaiserreichs trug, sandte dem König von Preußen seinen Degen.

Noch in der selben Nacht streckte das Heer Mac Mahons die Waffen; durch den nebligen Morgen des zweiten September ritt Bismarck als Kürassier neben dem Wagen des Kaisers, seinem König, dem Sieger, den kläglich Besiegten zu bringen.

Ein Hurrah lief durch die Reihen und füllte das waldige Tal von Sedan; ein Siegesfest nahm seinen Anfang wie keines der neuen Geschichte.

Vier Wochen lang standen die Heere im Feld, und schon war die Kriegsmacht des Kaisers vernichtet, Napoleon selber gefangen: da mußte der Krieg aus sein und jeder Soldat, fröhlich geschmückt, konnte der Heimat den Frieden mitbringen.

Der Ringkampf der Völker

Die deutschen Sieger hatten das letzte Feldheer des Kaisers geschlagen, aber der Kaiser war nicht das Volk der Franzosen; der Ringkampf der Völker fing seinen Schrecken erst an, und weit lag der Friede.

Wohl standen die deutschen Heere bald vor Paris, aber das Herz von Frankreich hörte nicht auf zu schlagen; hinter dem Gürtel starker Vorwerke war es gerüstet, auf seine Kinder zu warten.

Der sie rief, war ein anderer Mann als der kränkelnde Kaiser; in einem Luftballon verließ Gambetta die Hauptstadt, und wo sein Feuerwort hinfiel, standen die Söhne des Vaterlandes auf, Frankreich zu retten.