Seine Asche zerstreute die römische Rache im Wind, und seinen Namen löschten sie aus im Gedächtnis der Schrift – wie danach der schielende Abt von Reichenau schrieb – als einer Pest von endlosem Schaden; aber kein Haß konnte die riesige Steinplatte heben, die ihm sein stolzes Grabmal bewölbte.
Der Teufel selber, so ging die eifrige Rede der römischen Priester, habe den Ketzer von seinem letzten Weidgang geholt, auf dem Rappen der Hölle als wilder Jäger zu reiten.
Die gläubige Sage schmückte sein Bild wie keines im deutschen Gedächtnis, sie tat ihm die Brünne Wodans an, sein Schimmel holte den herrlichen Helden hinauf nach Walhal.
Der Kampf um Rom
Dietrich war tot, und Amalasuntha, die Tochter regierte das Reich für den Enkel, den sie Athalarich nannte: aber der Stammhalter des Starken war schwach, und der Wurm fraß dem Steckling die zärtlichen Wurzeln.
Amalasuntha ging römisch geziert und der gotischen Sitte abwendig; als der Knabe ihr starb, gab sie die Hand und den Thron Theodat, dem Amaler, der hündischen Sinnes und den gotischen Großen verhaßt war.
Theodat brachte die Tochter des Starkweisen um und gedachte, in Rom den Kaiser zu spielen: das aber geschah zu der Zeit, da Byzanz den Belisar sandte, das Blatt der blonden Herrschaft zu wenden.
Dem drohenden Unheil zu wehren, riefen die wehrhaften Männer den Vitiges aus, aber das Blatt war zu Ende; wie Odoaker vordem, hielt Vitiges nun die Burg von Ravenna, und Belisar stand in den Sümpfen, bis zum andernmal Meineid die Stärke besiegte, und Odoaker gerächt war.
Da grüßten die steinernen Ahnen vergeblich Dietrichs Geschlecht; Byzanz hielt den Thing in der Halle, und römische Priester streuten die Asche des Königs ins Meer, den Samen der gotischen Pest.