Aber die Geister der Rabenschlacht ritten herbei im Unheil der Tage, der Ruf ihrer Rache riß aus den Rippen der Not das blutige Gotenherz: ein Nordlicht wie keines hing seinen blutigen Schaum über die Mittelmeergärten.
Mit den betrogenen Recken brachte Belisar Vitiges heim nach Byzanz, seine Flotte ging schwer mit den gotischen Schätzen; aber die Not stand in den Bergen, Totila, Ildebalds Sohn auf den Schild ihrer trotzigen Stärke zu heben.
Neun Jahre lang war Totila König, und Dietrichs Waffen hatten nicht härter geklungen, da er die Rabenschlacht schlug: ohne Burg und Bestallung spannte der Jüngling den Bogen, die Städte sperrten ihm trotzig die Tore.
Rom und Ravenna holte er heim in mühsamen Kriegen, Neapel und Mailand fielen noch einmal der Gotenmacht zu; er ließ den falschen Senat sein Königsrecht fühlen und gab dem römischen Bischof den Trank der Demut zu kosten.
Aber der Kampf ging um Rom, und Byzanz warf sein Schwert in die Waage der römischen Priester: der Lindwurm hob seinen schuppigen Leib, und der Frieden fuhr in die Hölle.
Der Wohlstand der Städte starb hin in den Bränden, und die Standbilder Roms versanken im Schutt, die Felder fanden nicht Frucht noch Saat, die Straßen starrten im Staub der Rosse und Wagen, das Gebirge lag im Geschrei der flüchtigen Scharen, Hunger und Seuchen fraßen das Land leer.
Neun Jahre lang war Totila König, dann nahm der Tag von Taginäa ihm Krone und Schwert aus der sterbenden Hand.
Gleich Türmen, heißt es, standen die gotischen Recken im Wall ihrer tapferen Mannen, die Bogenschützen aus Morgenland warfen Sturmwolken schwirrender Pfeile über sie hin.
Totila fiel und sechstausend Goten tranken ihr Blut mit dem König; das Morgenland fraß mit sengender Glut das Gebälk der nordischen Türme; das gotische Glück glühte sein Abendrot aus in der Lohe.
Ein Lavastrom glomm spät in der Nacht am Vesuv; Teja, der letzte König der Goten, schürte den schaurigen Brand, bis alles versank in Asche.