Groß-Österreich wollte er bauen und tief in den Balkan hinein sollte das Fundament seines babylonischen Turms reichen; indessen der Staat Metternichs starb, weil seine Vielheit feindlicher Völker kein Volk war, hörte die Habsburger Habsucht nicht auf, von Ländergewinn und Eroberungskriegen zu träumen.

Als sie das Recht ihrer Krone über Bosnien streckte, war der Krieg angesagt, der Krieg mit den slawischen Völkern im Balkan und ihrem mächtigen Schutzherrn im Osten.

Denn Serbien lag als ein Stein vor der Tür in den Balkan; sollte Groß-Österreich werden, war Belgrad der Schlüssel, und sollte der Schlüssel Habsburg gehören, mußte das serbische Volk samt seinem russischen Schutzherrn gedemütigt sein.

Frechheit und Leichtsinn reichten einander die Hände, da Habsburg solch ein vermessenes Glücksspiel begann; und Habsburg wußte genau, daß es allein nichts vermochte: aber der mächtige Bruder im Norden sollte sein ehrliches Schwert über der blinden Vermessenheit halten.

Serajewo

Franz Ferdinand wollte den bosniakischen Völkern den kommenden Landesherrn zeigen; in Serajewo traf ihn die Kugel eines Studenten; die zweite Kugel sollte den Statthalter treffen und fand die Thronfolger-Fürstin.

Die Tat geschah am hellichten Tag, und der Mörder wurde ergriffen samt seinen Genossen; aber der Mord schrie nach größerer Rache.

In Belgrad war der Mord von Serajewo geplant und beschworen; ihn zu sühnen, wurde das serbische Volk vor eine kurze Frist und eine harte Entscheidung gestellt.

Sie wußten genau in der Hofburg, Serbien treffen, hieß Rußland entfachen; das sollte die Sorge des stärkeren Bruders im Dreibund sein.

Der stärkere Bruder im Dreibund hatte für einen Glücksspieler gebürgt; als er die Karten aufgedeckt sah, war es zu spät, die Bürgschaft zu lösen.