Die englischen Schlachtschiffe brauchten sich nicht aus den sicheren Häfen zu rühren; die schnellen Kreuzer allein hielten Wacht, sie zu rufen, wenn ein Feind in den nassen Sack kam.

So lag die Flotte des Kaisers wie ein Hund an der Kette; die noch draußen im Weltmeer schwammen, als der Krieg kam, die großen und kleinen Kreuzer konnten die Heimfahrt nicht finden und mußten tollkühn den eigenen Straßenkrieg wagen.

Goeben und Breslau, die Kreuzer im Mittelmeer, schlugen sich durch zu den Türken; das kleine Geschwader des Grafen Spee mehrte vor Chile den deutschen Sieg und fand am Kap Horn seinen grausamen Untergang.

Die Königsberg kreuzte bei Sansibar und die Emden bei Singapure; sie führten den Kaperkrieg, und wie ein Wolf unter den Schafen störte die Emden die englische Schiffahrt, bis eine ganze Flotte auslief, den frechen Kreuzer zu fangen.

Tapfer und tollkühn waren die Taten, und die Welt hörte erstaunt, was der tollkühne Seemann vermochte; und als die versprengte Mannschaft der Emden auf einem Kutter die Argonautenfahrt machte und aus der Südsee über Arabien glücklich heimfand, sang der Ruhm um die Männer.

Aber der tollkühne Mut und der Ruhm, das Seefahrerglück und der tapfere Untergang halfen der deutschen Schlachtflotte nicht aus dem nassen Sack und der darbenden Heimat nicht aus der Blockade.

Das Unterseeboot allein konnte ihr trotzen, konnte den hungernden Frauen und Kindern ein Rächer, den Brüdern in Frankreich ein Nothelfer sein.

Einem Seehund gleich schwamm es hinaus, kaum sichtbar über den Wellen; wenn Gefahr kam, konnte es tauchen, und wenn es den Feind suchte, ragte sein Sehrohr allein aus dem Wasser.

Ehe die feindlichen Augen sein tückisches Dasein erspäht hatten, riß sein Torpedo den Schaumstreifen auf; zu spät erblickten sie ihn, schon kam der krachende Stoß und warf das Schiff auseinander.