Im eisernen Bauch des Seehunds saßen die Männer, eng aneinander gedrängt neben dem stampfenden Raum der Maschinen, die tagelang so durch die Meerwüste schwammen, immer des Todes gewärtig und immer bereit, ihn zu senden.
Noch waren der tückischen Boote zu wenig, dem Seeherrn Sorge zu machen; als aber ein einziges Boot im Kanal in einer Stunde drei große Kreuzer trotz ihren Kanonen und ihrem gepanzerten Bauch auf den Meeresgrund schickte, ging das Gespenst der Furcht um die Küsten von England und wurde nicht nur von den Kindern gesehen.
Auf den Werften der kalten Meeresküste lagen die eisernen Bäuche der Unterseeboote dicht bei einander, Tag und Nacht wurde daran mit hundert Händen gehämmert, und wo ein grauer Bauch in das schäumende Wasser abrollte, lag ein neues Gerüst schon bereit.
So war der nasse Sack nicht mehr zu; die schnellen Kreuzer konnten nicht mehr die großen Schlachtschiffe rufen, sie konnten nur warnen vor dem gefährlichen Feind und mußten in jeder Minute bereit sein, am eigenen Leib den Stachel zu fühlen.
Die englische Insel kam in Gefahr, selber belagerte Festung zu werden, selber an Frauen und Kindern die Grausamkeit ihrer Blockade zu spüren; und Deutschland fieberte auf, doch noch den Sieg heim zu bringen.
Immer größere Boote wurden gebaut und immer grausamer rasten die Dieselmotore, die eisernen Bäuche durchs Wasser zu peitschen, immer mehr stolze Schiffsleiber sanken durch ihre Torpedos, immer mehr Augen in England sahen das graue Gespenst an den Küsten.
Aber das Weltmeer war groß, zu stark waren die englischen Häfen, der Schiffe zuviel und mehr noch der Werften, neue zu bauen; auch war der Kanal durch Netze und Minen gesperrt und der Weg um die schottische Felsküste ging weit und gefährlich.
Als die Ziffer der Riesenverluste langsam zu sinken begann, hatte der Seeherr den Krieg doch wieder gewonnen; ihm den sicheren Sieg zu entreißen, mußte die Mauer aus Stahl und Treue im Westen noch einmal die Marneschlacht wagen.