Aber Alboin, Audoins Sohn, hob seine zornige Hand von der Tafel und wies gegen Westen und sprach in der Burg seiner Feinde: Draußen im Asfeld spürte dein Bruder, wie Stuten ausschlagen können.

Da wurde der Wein verschüttet, die Waffen räumten den Tisch und traten zum Tanz und rissen die Kluft in den Saal, da Alboin stand im Schwertkranz der Seinen, und waren Tausend um Vierzig.

Aber der König sprang auf im Zorn, und die Treue hielt wie ein Turm der Sitte das schirmende Dach: Wehe dem Mann, der seinem Gast treulos den Wein verschüttet, und wehe dem Schwert, das seinem Schwur den Frieden nicht hält!

Und holte die Waffen Thorismunds her von der Wand und gab sie Audoins Sohn, und hielt mit wehrenden Händen den Saal still und gab dem Gast seinen Spruch als Hausherr und König.

Und hieß ihn gehen in Frieden und hielt ihm den Königsbann bis an die Grenze, der seinem Volk der bitterste Feind und seinem Blut böse zuleid war, weil er ihm Thorismund, seinen Sohn, draußen im Asfeld erschlug.

Die Langobarden

Noch einmal schien über die Mittelmeergärten das Glück der alten Gestirne, aber das Morgenland glühte düster hinein, und der Kaiser war in Byzanz: sein Exarch regierte das römische Reich in Ravenna, der Senat war zerbrochen, der römische Papst saß allein in den Trümmern der ewigen Stadt.

Zum andernmal zeigte das Schwert der nordischen Völkerentfaltung das lockende Ziel: der langobardische Trotz ging lachend den Weg der Kimbrer und Goten, Machthaber der römischen Erbschaft zu bleiben.

Sie hatten das Volk der Gepiden dienstbar gemacht im verlassenen Ostgotenland und waren die Starken geworden im Stegreif der östlichen Völker, als die Kundschafter Alboin lockten, die kühne Heerfahrt noch einmal zu wagen.

Über den Birnbaumerwald brachen sie ein in den Mai der römischen Gärten und schafften im Sommer so fleißige Ernte, daß sie schon warm im Nest von Verona die Winterrast hielten.