Sie hießen nun Götter: Wodan, Hoenir und Loki genannt von den Menschen; sie legten der Welt den Richterspruch auf ihres neuen Gesetzes und fingen das goldene Zeitalter an ihrer heiteren Spiele.
Sie kannten nicht Schuld und Schicksal; aber die Urgebraustöchter kamen aus Ymirs Geschlecht, die weitaus gewaltigsten Weiber: Urd war die älteste Schwester genannt, der Herkunft heilige Norne; Verdandi die zweite, des Werdenden Mahnung; die dritte der Zukunft drohende Schuld.
Sie schnitten die Runen, warfen die Lose und sagten im Werden, Sein und Vergehen das Schicksal voraus; sie saßen am Brunnen des Lebens, die Wurzeln zu gießen am Welteschenbaum, daran das Sein der Götter nur ein Ast war im ewigen Leben der Welt.
Der Kampf mit den Vanen
Aber Er war nicht tot; aus unendlichen Fernen blinkte Sein Gold und entzückte die Gier der Götter nach Seinem gleißenden Glanz; sie schufen den lichtscheuen Schwarm der albischen Geister und Zwerge, das Gold zu erlisten für ihre Burg, die sie bauten ins Asgard.
Die aus dem Urdunkel kamen und aus dem Kampf mit den Riesengewalten, die hoch gestiegenen Götter sagten der himmlischen Herkunft Urfehde an.
Da wurde die Walstatt laut vom Kampf der alt- und neuen Gewalten; Vanen hießen die Kämpfer des Himmlischen da, und Asen die Urdunkelsöhne: die Erde barst und der Abgrund erbebte, als Vanen und Asen um die Herrschaft rangen der neugewordenen Welt.
Aber der brausende Sturmwind entwand der leuchtenden Fülle das Schwert, und müde schwand in die himmlische Ferne der Gott, Wodan, der wehenden Unrast die Welt überlassend.
Nun kam Er nicht mehr, zu schauen die Schönheit Seiner Geliebten; abgelöst von der ewigen Fülle ging sie ein in die Schuld und das Schicksal der asischen Götter, denen Wodan Allvater war.