Hoch aber ragte hinaus über die Dächer der Hallen, frei unter dem fränkischen Himmel, das Reiterbild Dietrichs von Bern, der seines Herrschertums höchster Ahnherr und seiner Tafelrunde der rühmlichste Held war.

Sie hatten das eherne Bild zu Schiff von Ravenna gebracht, durch das blaue Herkulestor, von der sonnigen Mittelmeerküste hinein in das graue Gewässer der Nordsee, bis es dem fränkischen Königsstuhl als Wahrzeichen vorstand.

Sie hatten auch Säulen und kupferne Gitter genommen von Dietrichs ruhmreicher Halle und hatten die Kuppel gewölbt nach ihrem sinnreichen Vorbild.

Aber das Kreuz stand darauf, und was den Goten Thingstätte war, das wurde den Franken zur Kirche; denn Karl hieß König und Herr seiner Völker von Gottes Gnaden; er führte das Schwert seiner gewaltigen Macht, der Kirche und ihrer göttlichen Sendung in Demut zu dienen.

Wodan und Donar ritten die wilde Jagd nächtlicher Träume; aber der Tag stand im Kreuz, und die Wirklichkeit war in den Dienst Gottes und in die Lobpreisung seiner ewigen Allmacht gelegt.

Deutsch war der König, deutsch war das Wort und das Linnen der fränkischen Kleidung, deutsch war das Haus, aber der Stuhl von Sankt Peter stand geborgen darin und geehrt als Burg Zion.

Eine Kugel galt ihm die irdische Welt; die untere Wölbung war sein im Zorn und Zank irdischer Taten; hoch aber darüber gewölbt stand der Himmel der Kirche, dem er in Demut mit deutschem Schwert Schutzherr und Schirmvogt war.

Die Nibelungen

Als Leo, der Papst, dem König der Franken in Rom den Purpur umhängte, als wieder ein römisches Reich war im Schoß der katholischen Kirche, sangen die päpstlichen Knaben in Rom den Göttern Walhals die Messe.