Ein burgundischer Grafensohn, Berno, der Abt von Cluny, zwang die üppigen Klöster zurück in die strengen Gelübde, daß sie wieder des frommen Fleißes bewahrte Werkstätten, Zuchthäuser der Kirchenzucht wurden; und Heinrich der Dritte, der salische Franke, brachte die Kirchenreform der schwarzen Mönche von Cluny in den unholden Streit der römischen Stola.

Er gab der geschändeten Kirche den Bischof von Bamberg als heiligen Vater und noch vier andere Päpste danach von germanischer Herkunft.

Leo der Neunte, den die Kirche den Heiligen nennt, ein Grafensohn aus dem Elsaß, dem Kaiser verwandt und seiner Strenge in Milde verbunden, wurde zu Worms auf dem Reichstag der Deutschen gewählt und zog im Pilgerkleid ein in das spöttisch wartende Rom.

Türhüter nur und Verwalter war er im Weinberg des Herrn, kein prahlender Fürst in Sankt Peter, kein Pontifex maximus mehr, gleich Winfried die Mühsal schwieriger Fahrten nicht scheuend.

Dreimal kam er nach Deutschland hinüber, das nun das reichste Kirchengut war, dreimal in seinen sechs Jahren, nach den Knechten der Kirche zu sehen.

Sie wurden nicht alt in der römischen Sonne, die deutschen Päpste des Kaisers, zwölf Jahre nur hielten die fünf den heiligen Stuhl: aber sie hoben den Fischerring aus dem römischen Unrat und gaben ihn blank an den Starken, der seinen rothaarigen Kopf über alle Päpste erhob und die Kirche zurück führte in die Absichten cäsarischer Weltmacht.

Canossa

Hildebrand hieß er wie der grimmige Waffenmeister Dietrichs von Bern, rothaarig war er und eines Zimmermanns Sohn im toskanischen Land: Gregor der Siebente, der streitbar gewaltige Papst, der das Gottesreich wahrmachen wollte als irdische Herrschaft der Priester über dem Kaiser und allen Fürsten der christlichen Welt.

Wie der Mond sein Licht von der Sonne, so nähme der Kaiser vom Papst die Gewalt; allein der Papst als Statthalter wäre von Gott.