Da lernten die sächsischen Bauern, wie einst ihre Großen, den trotzigen Nacken zu beugen; das Herdfeuer erlosch in den einsamen Höfen; nur in den innersten Nächten, wenn Saxnot die Seinen als Flüchtling heimsuchte, glühte sein heimlicher Brand.
Die fränkische Ohnmacht
Der fränkische König trug die Krone der Deutschen, aber die Großen und Grafen hielten das Schwert in der Hand: Sachsen, Schwaben und Bayern hoben den eigenen Herzog gegen die rheinischen Franken; das deutsche Königtum wurde das Schwertspiel ihrer Machthändel.
Und wurde ein Mißbrauch der Kirchengewalt, als Ludwig das Kind König der Deutschen genannt war, indessen Hatto, der Bischof von Mainz, mit Härte und List gegen die Grafen und Großen das Schwert der Königsgewalt führte.
Ein Bogen war über den abendländischen Himmel gespannt vom Aachener Kaisersaal nach Sankt Peter; aber der Kaisersaal war verfallen, und auf dem Stuhl von Sankt Peter saß das römische Laster.
Laien- und Kirchengewalt rissen einander die Macht aus den Händen; wie einmal im Lande Pipins die Hausmeier herrschten, so wollten die fränkischen Bischöfe tun: der König sollte die Krone tragen, die Kirche wollte regieren.
Aber die stolzen Herzöge ließen den Krummstab nicht gelten; die trotzigen Grafen hoben das Schwert gegen ihn, weil kein Schirmherr der Kirche sie dämpfte.
Als Ludwig das Kind starb, riefen die Bischöfe Konrad, den fränkischen Grafen, als König der Deutschen; er sollte der Kirche sein starkes Schwert leihen; aber sein Königtum blieb eine Fahne ohne Gefolgschaft.
Normannen und Ungarn raubten und brannten im Land, und Konrad konnte den Räubern nicht wehren, wie er den Stolz der Herzöge, den Trotz der Grafen nicht zu beugen vermochte!