Von seinem Sterbebett hieß er die Krone dem Mächtigsten bringen: Heinrich, dem Herzog von Sachsen, der ihm und den Bischöfen der zäheste Feind und unter den Großen der unbotmäßigste Trotz war.

So fiel die Krone der Deutschen aus fränkischer Ohnmacht der sächsischen Übermacht zu; aber sie kam an die Kraft und an den ständigsten Stamm der Germanen.

Heinrich der Finkler

Die Sage hat Heinrich den Finkler genannt, weil er beim Vogelfang war, als ihm die fränkischen Reiter die Reichskleinodien brachten: ein Finkler blieb Heinrich von Sachsen Zeit seines Lebens, klug und bedächtig die Schlinge zu legen, rüstig im Wald seiner Heimat und wenig geneigt, nach fremden Händeln zu reiten.

Als der Bischof von Mainz ihn zu salben kam wie Konrad den Franken, wehrte er ab und verbarg den Spott in der Demut, solcher Ehre nicht würdig zu sein; denn Heinrich war Herzog von Sachsen aus eigener Herkunft und wollte nicht König der Deutschen als Diener der fränkischen Kirchenmacht werden.

Er ließ die Herzöge schalten, weil sie die Träger der Stammesgewalt waren; wie sie in Bayern, Schwaben und Franken über dem Trotz der Grafen die starke Schwertherrschaft hielten, so war er Herzog der Sachsen, und König der Deutschen allein durch die Stärke des sächsischen Stammes.

Sein Schwert war scharf wie sein Spott, aber er hielt es klug in der Scheide, so listig die Kirche ihn lockte; als er es zog, galt es das sächsische Land zu befreien von der Tributpflicht an Ungarn.

Wie nach dem Winter der Tauwind, so kam ihre Raublust in jedem Sommer gefahren, die Ernte in Deutschland zu holen: noch immer die hunnischen Scharen auf kleinen behenden Pferden, mit Bogen und Pfeil der Schwerter und Streitäxte spottend.

Neun Jahre lang gab er Tribut, lauernd des Tages, da er gerüstet sein würde, mit anderer Münze zu zahlen; neun Jahre lang ließ er burgfeste Plätze im Sachsenland bauen, mit kluger Berechnung verteilt, daß sie die Ernte der Landschaft zu bergen vermöchten.