Er hob den streitbaren Mann in den Sattel, die Listen und Künste der Ungarn zu lernen: wie sie mit einzelnen Scharen einschwenkten, das Fußvolk zu fassen, wie sie mit hurtiger Wendung dem Feind die Flanken einritten.
Als sie zum zehntenmal kamen, Tribut und Treugeld in Sachsen zu holen, war Heinrich gerüstet: einen toten Hund hieß er zum Hohn den Hunnen hinwerfen.
Und als die schwarzen Scharen den Rachezug ritten, ließ er sie listig ins Land hinein und hatte die Fallen gestellt, daß sie ihm blindlings einliefen.
So blutig traf er die Räuber aus Ungarland, daß die Gestäupten fortan und für immer das Sachsenland mieden.
Heinrich der Finkler heißt ihn die Sage, der ein anderer König der Deutschen war, als die Könige vor ihm: er suchte kein Glück auf der Straße, er hielt sein Land und sein Volk, wie ein Hausherr den Alltag und Sonntag der Seinen mit kluger Besonnenheit leitet.
König der Deutschen war er wie Ludwig der Franke, aber er blieb der gekrönte Herzog von Sachsen: seine Besonnenheit baute das sächsische Haus, darin das herrlichste Königsgeschlecht der deutschen Kaisermacht wohnte.
Mathilde
Heinrich der Finkler hatte der Kirche gespottet, weil er als Herzog von Sachsen, nicht als Lehnsmann der fränkischen Priester König der Deutschen sein wollte; aber Mathilde, die Königin, diente der Kirche mit Eifer.
Sie war eine Sächsin aus edlem Geschlecht, Widukund selber hieß ihrer Sippe der ruhmreiche Ahnherr; aber sie war eine Christin, wie der Sänger des Heliand Sachse und Christ war.
Nicht einem Himmel der Priester mit blasser Weltflucht zu dienen, war ihre Frommheit: Frau und Mutter blieb sie und sparsame Beschließerin ihres Hauses, bis Heinrich der Finkler, gesättigt seines reisigen Lebens, in Memleben starb.