Cölln.
Blauer Dunst in Gedichten. 1772. 8. 260 S.
Der Witz dieser Dinger besteht darinn, dass sie auf blau Papier gedruckt sind, und da das Papier auch ziemlich sanft ist, so würde selbst Gargantua der competenteste Richter in diesen Fällen, gestehen müssen, dass sie sehr brauchbar sind,
Purgatus bilem verni sub temporis hora.
[3] Nachdem der Recensent blos Auszüge, mit einigen lobenden Beiwörtern verbrämt, gegeben hat, lautet sein Schlusswort: 'Wir empfehlen diese kleine Schrift, sowol in Ansehung ihrer Grundsätze, als des wahren Genius, der durch die kleinsten Theile durchzieht, allen Verehrern der Kunst! Und allen Theoristen mag sie dann ein kurzer Metallcylinder sein, um langen Drat akademischer Weisheit darauszuziehen, mit dem man das Gebiet der deutschen Kunst, wie mit den Riemen der Königin Dido von Osten, Westen, Süden und Norden nach Belieben umspanne.' Es ist in der That um zu zeigen: ich bin auch da, ich kann mich auch bildlich ausdrücken. Das ganze vollkommen wolmeinend, aber herzlich unbedeutend.
[4] 'Was von Wien kommt, ist gross. Herr von Gebler ist gross, weil es noch mehr Leute gibt, die auch gerne gross werden, nach Wien gehen und auf öffentliche Kosten nach Italien reisen möchten' Frankf. Gel. Anz. 1772 S. 561.
[5] 'Obgleich das Werk nicht von der höheren Art von Composition ist, so ist doch die gute Absicht zu loben'. So heisst es in der Recension eines englischen Romanes Frankf. Gel. Anz. (21. Jänner) 1772 S. 48. Und zwanzig Zeilen vorher auf derselben Seite von einem andern englischen Roman: 'Ein Roman, der eben nicht die reichste Einbildungskraft verräth, aber doch seinen moralischen Nutzen haben mag'. Ich kann kaum zweifeln, dass der Recensent Schlosser ist und dass er im Freundeskreise dafür geneckt wurde. Englische Dutzendwaare erfährt sonst nicht so glimpfliche Behandlung in den Frankf. Gel. Anzeigen.
[6] Vgl. (worauf mich Moriz Heyne verweist) Jean Paul 9, 174: 'Wenn zweitens die Feder eines ausserordentlich guten Autors eine Lichtputze der Wahrheit ist' ... Bahrdt wurde übrigens schon am 18. Januar 1772 zur Mitarbeit an den Frankf. Gel. Anz. aufgefordert (Briefe an Bahrdt 1, 168).
[7] Merck an Wieland 1. August 1778 (Im neuen Reich 1877. I. S. 856): 'Ich habe noch einen schönen Brief von Mr. Satanas Herder vom Jahr 1770, worin er' usw.
[8] Sie ist nicht von Klopstock, wird ihm aber, wie mir Erich Schmidt mittheilt, auch z.B. in der Darmstädter Ausgabe S. 79 zugeschrieben.