„Sie können gleich um Entschuldigung bitten ‚wegen jetzt‘.“
Ich schwieg. Mein Gott, warum war ich nur so ungezogen! Ein weinerliches Etwas stieg in meine Nase empor.
Wolfgang trat uns gegenüber und sprach mit seiner Cousine, einem schüchternen Mädchen von außergewöhnlicher Schönheit. Er winkte uns mit der Hand zu.
Die Quadrille begann.
Nina verbeugte sich tief vor ihrem Nachbarn, darauf vor mir. Ihre Lider bedeckten wiederum die Augen, die langen Wimpern berührten die roten und weißen Wangen, das feurige Haar warf seinen Duft zu mir, die elfenbeinernen Hände lagen wie unbeseelt in den Falten des blitzenden Kleides. Sie war im Augenblick, da sie sich neigte, ein Götterbild, das in Betrachtung zum Buddha versunken ist, eine indische Statue aus farbigem Stein ... Ich beugte mich noch tiefer, sah ihre blauen schmalen Schuhe und dachte: Süße Nina, süße Nina.
Ich gab fleißig acht und tanzte gut. Ich tat keine überflüssige Geste und bewegte mich ruhig. Von Zeit zu Zeit sagte Nina:
„Visite à gauche!“ oder „Jetzt dort!“ oder „Passen Sie auf, Sie können nur grob sein!“ Aber sie schien zufrieden.
„Es geht ja ganz gut,“ bemerkte sie einmal.
„Gewiß,“ erwiderte ich stolz.
Ich sah, daß Nina und Wolfgang sich beim moulinet des dames zulächelten, sobald sie sich trafen. Wolfgang sprach viel zu uns hin und unterhielt das ganze Karree. Er hatte das Aussehen eines vornehmen Pagen, der bei Hof die Schleppe der Königin hält.