Ich wurde etwas rot.
„Ja ... weißt du, ... ich kam spät hier an ... und da wollte ich nicht stören ...“
Ich grüßte zu Nina hinauf.
„Ah, sieh da!“ rief sie vom Fenster herunter. „Ein Dichter! Ein Troubadour! Sie verlangen gewiß Ihren Lohn!“
Sie nahm aus einem Wasserglas helle Rosen und zerblätterte sie mit den weißen Fingern. Mir fielen diese Blätter auf Kopf, Schultern und Hände, der ich betroffen, glücklich und verlegen in einem duftenden Blumenregen stand.
„Denk’ dir, Nina, er hat diese Nacht im Garten geschlafen!“
Nina lachte, – ihr singendes, gefährliches und verstehendes Lachen.
„Sie sind ein echter Minnesänger, Herr Walter von der Regnitz!“ rief sie und warf vier volle weiße Rosen zu mir herab. Ich fing eine von ihnen auf und führte sie höflich und gefaßt an meine Lippen.
„Und Sie, gnädiges Fräulein, eine echte Herzenskönigin.“
Ich hörte noch einmal, wie Nina tief belustigt lachte und darauf das Fenster schloß.