Sie stöhnte.

Ich flehte unverhüllt mit meinen fiebernden Lippen auf ihren Lippen, auf ihren Händen, ihrem Haar, ihren Augen und ihrer jungen, jungen Brust ...

O unerhörtes Glück des Aneinanderschmiegens, der verschlungenen Finger, der wirren, in die dunkle Luft hineingesprochenen Reden!

Und dann dieses wunderbare, einzigartige Ermatten, diese tränenreiche, gütige Müdigkeit, ... dieses bekümmerte Suchen der Hände, ... und endlich diese Ruhe, diese tiefe, tiefe Ruhe! ...

Wie wir einst so glücklich waren!

*

Um Mitternacht stürmten die gepeitschten nassen Pferde mit rasselndem Wagen in den Schloßhof. Frau Seyderhelm empfing uns in der Türe. Sie war ein wenig müde, aber freundlich und besorgt.

13

Ich stellte mich an das Fenster meines Zimmers und sah hinaus. Blitze spalteten Eichen und Kiefern, und über Wälder und weite Ebenen rollten ihre Donner. Aus den Ställen brüllten und wieherten geängstigte Tiere, und Malatesta saß mit glühenden Augen in seiner Hütte vor meinem Fenster und heulte.

Auch dies ging vorbei. Ein stetig und kühl strömender Regen spendete uns, den Fiebernden, Genesung. Gerüche von niegeahnter Kraft erfüllten die Luft, und die Tiere in den Ställen begannen ihren Schlaf. Zwei Uhr schlug die Glocke, aber der trübe Morgen war noch fern.