„Oh.“

Vor dem Schulgebäude stand ein leichtgefügter eleganter Wagen mit zwei lebhaften Apfelschimmeln. Eine junge Dame saß darin; sie trug einen silbergrauen Schleier, der den weichen großen Hut an den Seiten niederbog und auf der Brust zu einem Knoten verschlungen war. Ihre schmalen Hände waren mit dänischem Leder bekleidet, und ihre von den Wimpern tief beschatteten Augen sahen etwas mokant zu Wolfgang hin.

„Ah, der Wagen!“ sagte Wolfgang Seyderhelm, der zögernd stehen blieb.

„Ah, deine Schwester!“ sagte ich beklommen.

„Nein, nicht meine Schwester.“

„Nicht deine Schwester?“

„Eine junge Dame unserer Bekanntschaft. Adieu, Walter Regnitz.“

Wolfgang Seyderhelm grüßte. Ich dankte nicht, sondern sah auf den Wagen. Der Kutscher legte die Hand an den Hut, Wolfgang sprach lächelnd einige Worte, warf seine Schulmappe auf den Bock und stieg ein. Die Schimmel zogen an und das Gefährt bog im Augenblicke um die Ecke ...

Ich eilte in den heftigsten Gedanken nach Haus.

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