[10] Ausg. vom Abb. Antonio Rossi im Archivio stor. Ital. VIII, u. nach der besseren Dresd. Hds. im Appendice, Tomo V, 1847; jetzt als Chron. Venetum vulgo Altinate v. Simonsfeld, MG. SS. XIV, 1-97, nach 4, sehr von einander abweichenden Handschriften. Eine in Hss. damit verbundene sagenhafte Darstellung der Troj. röm. Gesch. ed. Simonsfeld, NA. XI, 239-251. Ders. gegen Phantastereien des Dott. Rob. Galli im Arch. Ven. XXXV, parte 1 (1888).

[11] Ueber die verschiedenen Bestandtheile, aus welchen dieses und auch schon das Chron. Altinate in dem betr. Abschnitt zusammengesetzt ist, handelt G. Waitz, NA. II, 375-381.

[12] NA. I, 397-410; vgl. Dand. S. 90-96. Sie sind wiederholt im Arch. Ven. XII mit Abh. von R. Fulin; MG. SS. XIV, 70.

[13] Vita Anselmi, SS. Langob. p. 566-570. Mit allen übrigen Stücken gedruckt bei Bortolotti, Vita di S. Anselme abb. di Nonantula, con appendici ed illustrazioni e tavole 3, Modena 1892.

[14] S. Th. v. Sickel, Die Vita Hadriani Nonantulana und die Diurnus-Hs. V. im NA. XVIII, 107-133.

[15] SS. Langob. p. 571-573 als Nomina abhatum Nonantul., sonst Chronicon Nonantulanum genannt. Bischof Joh. von Arezzo schenkte an Non. um 876 ein prächtiges Sacramentar, Delisle, Sacram. p. 128. — Unbedeutend und fabelhaft ist das Leben des Johannes, ersten Abtes des von Sigifrid II gestifteten Klosters zu Parma, der um 990 starb, erst gegen 1050 nach mündlicher Ueberlieferung verfaßt, Mab. V, 715-724.

§ 14. Italien. Biographieen. [[←]]

Gegen das Ende des zehnten Jahrhunderts verschwindet in Italien jene Barbarei, welche hier weit greller als in den anderen Theilen des karolingischen Reiches hervorgetreten war. Die bessere Ordnung der politischen und kirchlichen Verhältnisse macht sich auch hier fühlbar. Auf Veranlassung des Kaisers Otto II schrieb ein Bischof Gumpold von Mantua, von dem sonst wenig bekannt ist, ein Leben des böhmischen Herzogs und Märtyrers Wenceslaus († 935). Er stand indessen der Zeit wie den Ereignissen zu fern, um viel davon zu wissen, und suchte die Dürftigkeit des Inhalts durch schwülstige Phrasen zu verdecken. Hochtrabende sallustische Ausdrücke paaren sich bei ihm in widerlicher Mischung mit der kirchlichen Phraseologie. Im Prolog werden auf solche Weise die Bestrebungen der Menschen geschildert und dabei die freien Künste mit Umschreibungen bezeichnet, welche Büdinger ohne Grund auf Gerberts Disputation mit Otrich bezogen hat[1]. Es ist deshalb auch nicht nöthig, die Entstehung der Schrift nach Errichtung des Prager Bisthums anzunehmen, von welcher Gumpold noch nichts weiß und von der man doch kaum annehmen kann, daß er sie, wenn er später schrieb, nicht sollte erfahren oder berücksichtigt haben[2].

Ein zweites Leben desselben Märtyrers schrieb später im elften Jahrhundert, doch unabhängig von Gumpold, Laurentius, ein Mönch von Monte Cassino; dieser beruft sich auf die Erzählungen eines Landsmannes des Märtyrers und mag durch diesen Kunde erhalten haben von einer schon früher in Böhmen und vielleicht in slavischer Sprache verfaßten Legende, auf die wir später noch einmal zurückkommen werden[3].

Eine bedeutende Einwirkung übte auf Italien die damals auch hier eindringende streng mönchische Askese, welche theils von Cluny aus über die Alpen sich verbreitete, theils unabhängig davon und in anderer Gestalt in Italien selbst aufkam. Zu den Hauptträgern dieser Richtung gehört der griechische Calabrese Nilus, der durch seine aufs äußerste getriebene Verachtung alles Irdischen einen so großen Eindruck auf Otto III machte. Sein Leben ist von einem Landsmanne in griechischer Sprache geschrieben und enthält einige werthvolle Nachrichten, vorzüglich aber viele anziehende Einzelheiten zur Culturgeschichte Italiens[4].