[18] Vgl. darüber B. Pez, Thes. I. Diss. Isagog. p. V.

[19] In den letzten Bänden ist unter der Leitung von Pertz der Begriff der Annalen immer weiter und, wie mir scheint, übermäßig ausgedehnt, z. B. auf Albert von Stade, Vincenz von Prag.

[20] Sehr verständig äußert sich darüber am 21. Jan. 1821 Herr von Buchholz in Wien, der mit lebhafter Theilnahme dem Unternehmen zugewandt war, Archiv III. 327, und schon früher E. M. Arndt in Steins Leben VI, 2, 129; vgl. V, 273. 366. Ebenso auch Niebuhr, Arch. V, 729.

[21] Indices eorum quae in Monumentorum Germaniae historicorum tomis huiusque editis continentur. Hannov. et Berol. 1890. 4.

[22] In einem Brief an Büchler vom 23. Juli 1827. Steins Leben VI, 1, 415. Böhmer legte der Centraldirection den Plan zu einer solchen Sammlung vor, s. Janssen, Böhmers Leben S. 129.

§ 5. Andere Arbeiten des neunzehnten Jahrhunderts. [[←]]

In weiten Kreisen hat das Unternehmen der Monumenta Germaniae anregend gewirkt, es hat als Vorbild gedient in Turin und in England; aber andererseits wurde es auch befördert durch mancherlei Bestrebungen verwandter Art, und durch die lebhafte Aufmerksamkeit, welche überhaupt für das Mittelalter einmal erweckt war und bald zu den gediegensten Untersuchungen führte. Raumer, Ranke, Stenzel wirkten in anregendster Weise sowohl mündlich wie schriftlich. Schon 1813 erschien von Fr. v. Raumer das Handbuch merkwürdiger Stellen aus den lateinischen Geschichtschreibern des Mittelalters, und die Geschichte der Hohenstaufen (1824) gab das Beispiel einer lebendigen Benutzung der Quellen, einer auf Leben, Verfassung, Sitte eingehenden Darstellung, welche nicht für den Gelehrten allein geschrieben ist. Ranke stellte in seiner Schrift Zur Kritik neuerer Geschichtschreiber, welche 1824 als Beilage zu seinen Romanischen und Germanischen Geschichten erschien, das trefflichste Muster der Quellenkritik auf[1], während seine praktischen Uebungen, aus denen die Jahrbücher des deutschen Reichs unter den sächsischen Kaisern hervorgegangen sind, die Mehrzahl der älteren Mitarbeiter an den Monumenten ausgebildet haben.

Stenzel gab in seiner Geschichte der fränkischen Kaiser 1828 eine rein nach Originalquellen gearbeitete Darstellung, welche um so bewundernswerther erscheint, wenn man den damaligen Zustand der Quellen und den Mangel an guten Hülfsmitteln und Vorarbeiten bedenkt. Vorzüglich aber enthält der zweite Band treffliche Untersuchungen über einzelne Geschichtsquellen dieser Zeit, und eine ausgezeichnete Abhandlung über die bei ihrer Behandlung festzuhaltenden Grundsätze.

Seitdem haben sich diese Bestrebungen in immer weiteren Kreisen verbreitet; aller Orten sind historische Vereine thätig für die Bearbeitung der vorherrschend localen Quellen. Eine Zeit lang war man vielfach geneigt, alles von den Herausgebern der Monumenta zu erwarten, allein bald erkannte man doch, daß diese die späteren Zeiten noch lange nicht erreichen werden, und daß auch, je mehr mit der Zeit der Stoff anwächst und sich zersplittert, desto weniger alles ohne Ausnahme Aufnahme finden kann. Sehr zweckmäßig ist es daher, daß man angefangen hat, die Quellen einzelner Gegenden selbständig herauszugeben, wobei dann auch das spätere Mittelalter und das sechzehnte Jahrhundert mehr Berücksichtigung gefunden haben. So erschienen von Mone die badischen Geschichtsquellen, von Grautoff die lübischen, von Lappenberg die bremischen, hamburgischen, holsteinischen, von Stenzel die schlesischen, von der Gesellschaft der Wissenschaften zu Görlitz die Lausitzer[2], von Ficker, Cornelius, Janssen, Diekamp die münsterischen, von Endlicher die ungarischen, und vielfach sind einzelne Quellenschriften abgesondert herausgegeben. In Böhmen, wo schon früher eine rege Thätigkeit auf diesem Felde entfaltet war, legte Palacky durch seine Würdigung der böhmischen Geschichtschreiber den Grund zu einer erneuten kritischen Bearbeitung, und 1853 erschien von M. Töppen die Geschichte der preußischen Historiographie, als Vorläufer und Keim der ausgezeichneten Sammlung der Scriptores Rerum Prussicarum, welche jetzt in fünf Bänden vollendet vorliegt. Die Städtechroniken, ein ebenso wichtiges wie schwieriges Gebiet, hat die Münchener historische Commission unter ihre Aufgaben aufgenommen und unter Karl Hegels Leitung sind bereits zwanzig Bände erschienen.

Ueber das viele Material, welches in periodischen Schriften, besonders in den Zeitschriften der historischen Vereine niedergelegt ist, orientirt das Repertorium von Walther 1845 und das neuere und zugleich umfassendere von Koner (1856). Eine weitere Fortsetzung fehlt leider.