[24] Ebert II, 8 über Karls Verordnungen. Simson II, 567 über das Sendschreiben an Baugulf. Diekamp im Hist. Jahrb. V, 259 gegen die unbegründete Verdächtigung desselben durch Harttung, Dipl. hist. Studien, S. 319. 338 ff.

[25] S. oben S. 153 [Anm.→5].

[26] Karls Zustimmung war ohne Zweifel erforderlich, um so mehr, da Arn die Abtei Saint-Amand behielt. Zu A. Huber: Ueber das Vorleben Arno's im Arch. d. W. Akad. XLVII, 197-217, ist zu bemerken, daß in der Urk. v. 779 (Meich. n. 57) dd David und nicht archidiaconus bedeutet, der Diakon Arn ein anderer ist, und daß in d. Urk. v. 776 (Meich. n. 48) nobis auf den Aussteller Bisch. Aribo geht, und also für die Verwandtschaft Arns nichts austrägt. Vgl. auch Graf Hundt a. a. O. S. 187.

[27] Leider sind uns keine Briefe von Arn an Alcuin erhalten, Bibl. VI, 870 ein hübscher Brief von ihm an Cuculus, wie ein leichtfertiger Schüler Alcuins, wahrscheinlich Dodo, genannt wurde. Wichtige urkundliche Quellen aus seiner Zeit sind Indiculus Arnonis und Breves notitiae Salzburgenses, nach den bekannten und bisher unbenutzten Handschriften herausgegeben und mit Erläuterungen versehen von Friedrich Keinz, München 1869; vgl. meine Anzeige in d. Heidelb. Jahrbb. 1870 S. 20-25.

[28] Mehr als 150 Bücher ließ er nach Angabe des Necrologs schreiben, MG. SS. IX, 770; vgl. Alcuins Brief Frob. 76. Bibl. VI, 525. Darunter ein Formelbuch, herausgegeben von Rockinger, Quellen zur bayerschen Geschichte, Bd. VII, von De Rozière, Revue hist. de droit français et étranger, 1859, nach der Münchener und Kopenhagener Handschrift. Ueber Arn Büdingers Oesterreichische Geschichte I, 147 ff., über Wizo 149; Allg. D. Biogr. I, 573. Zeißberg, Alcuin und Arno, Zeitschrift für österreichische Gymnasien, 1862, S. 85-98. Derselbe, Arno, erster Erzbischof von Salzburg, Wiener SB. (1863) XLIII, 305-381. W. Giesebrecht, Königsannalen S. 199-202; vgl. unten § 9.

[29] Zu warnen ist vor dem immer wieder (noch von Prantl und L. Maitre) angeführten unechten Diplom über die Errichtung griechischer und lateinischer Schulen in Osnabrück, dessen Unechtheit zuletzt wieder von R. Wilmans, Kaiserurkunden d. Provinz Westfalen, s. besonders S. 368, und Sickel, Acta Carol. II, 428 nachgewiesen ist. Auch Bass Mullinger wiederholte S. 70 unbekümmert die alte Fabel, hat sich aber in der Revue hist. X, 183 selbst berichtigt.

[30] Zuerst bei Jordanus de praerogativa Romani imperii, ed. Waitz p. 70. In Vincentii Bellovac. Speculo hist. XXIII, 173 und daraus bei Mart. Oppav. wird Alcuin die Verlegung des Studiums von Rom nach Paris beigelegt. Vgl. auch G. Paris, Hist. poétique de Charlemagne p. 66.

§ 5. Alcuin. [[←]]

Alcuini Opera ed. Frobenius (Froben Forster, Fürst-Abt zu St. Emmeram), 4 Bände, fol. Ratisb. 1777. Danach bei Migne, C. CI. Neue Ausgabe der Briefe u. hist. Schriften nach Jaffé's Vorarbeit von Dümmler und Wattenbach, Bibl. VI. 1873. Alcuins Leben von F. Lorentz, Halle 1829. Monnier, Alcuin et Charlemagne, Paris 1853. 1863. J, Bass Mullinger, The schools of Charles the Great and the restoration of education in the ninth century, London 1877. A. F. Théry, l'École et l'Académie Palatines. Alcuin, Amiens 1878. Dümmler, Art. Alcuin, Allg. D. Biogr. I, 343-348. K. Werner, Alcuin u. sein Jahrh. 2. Ausg. 1881. Ganz fabelhafter Brief über die Herkunft der Beneventaner unter Alcuins Namen NA. I, 169-172. — Vgl. Ebert II, 12-36. Cantor, Gesch. f. Mathematik I, 712-721. Hauck II, 119-145.

Alchuine, wie die ursprüngliche Form lautete, oder Alcuin, nannte sich gern in mehr lateinisch klingender Form Albinus. Verwandt mit Willibrord, dessen Leben er auch beschrieben hat, wurde er um das Jahr 735 in York geboren. Seine Bildung verdankte er der ausgezeichneten Domschule in seiner Vaterstadt unter der Leitung Egberts, der seit 732 Erzbischof war, und Aelberts, der Alcuin mit sich nach Rom nahm, als er nach der Sitte dieser Angelsachsen dahin reiste, um Handschriften auf dem dortigen Markte zu erwerben, der noch immer bedeutend und damals wohl der einzige im Abendland war. Im Jahre 766 wurde Aelbert zum Erzbischof erhoben, und Alcuin folgte ihm in der Leitung der Domschule. Der Auftrag, für Eanbald das erzbischöfliche Pallium vom päbstlichen Hofe zu holen, führte ihn 781 wieder nach Rom, und auf dieser Reise war es, wo er zu Parma mit Karl zusammentraf, an den er schon früher einmal eine Botschaft gebracht hatte[1], und von ihm die Einladung erhielt, welche ihn vermochte, im folgenden Jahre mit seinen Schülern Wizo[2], Fridugis[3] und Sigulf[4] an Karls Hof zu kommen; die Einkünfte der Abteien zu Ferrières und des heiligen Lupus zu Troyes sicherten ihm hier eine ansehnliche Stellung, während er in der Hofschule vor alten und jungen Zuhörern seine Vorträge hielt. Auch hier war es durchaus nicht allein auf dilettantische Belehrung der Hofleute abgesehen, sondern die vielen Söhne vornehmer Franken, welche nach alter Sitte zur Erziehung an den Hof gebracht wurden, erhielten hier allen Ernstes ihre Ausbildung zu Staatsmännern und Bischöfen. Nach Alcuins eigener Angabe war sein vorzüglichster Beweggrund nicht etwa wissenschaftlicher Eifer, sondern die Sorge für Aufrechterhaltung der kirchlichen Orthodoxie im Frankenreiche[5], wie denn überhaupt der kirchliche Standpunkt bei ihm durchaus maßgebend ist.