Anwendung des Medicaments bei Kindern.

In dem vorstehenden Verzeichniß der Krankheiten und der Angabe der Behandlungsweise derselben ist eigentlich nur auf erwachsene Patienten Rücksicht genommen; es ist daher nöthig, über die Anwendung, des Medicaments auf Kinder noch einige Worte hinzuzufügen.

Auch bei Kindern hat sich das Mittel äußerst wohlthätig bewiesen, und ich habe viele Beispiele schneller Heilung aller Arten von Krankheiten und Schwächen in meiner eigenen Praxis erlebt; doch nehme ich Hautausschläge aus, die man bei Kindern nicht vertreiben, sondern ruhig austoben lassen muß. Es ist nur zu bemerken, daß man Kindern nicht das Medicament eingiebt, sondern es nur äußerlich bei ihnen anwendet, und daß bei Kindern von vier Jahren ein einmaliges Einreiben des Kopfes stets, bei älteren Kindern aber gewöhnlich hinreicht, höchstens aber nur ein Mal bei den letzteren wiederholt werden darf. Im Allgemeinen habe ich gefunden, daß die Kinder, welchen ein Mal der Kopf eingerieben worden, wohler und besser danach aussehen, als die übrigen, mit denen dies noch nicht geschehen.

Von vielen mir vorkommenden Heilungen der Kinder will ich nur ein Beispiel anführen.

Jüngst traf ich auf einem meiner Vorwerke die drei Kinder meines Verwalters am Fieber darnieder liegen; das älteste war neun, die beiden andern unter vier Jahr alt, und sie befanden sich alle im stärksten Schweiß. Ich ließ ihnen allen sogleich die Köpfe mit dem Medicament einreiben, und noch während dieser Operation befanden sie sich schon besser. Der Vater erzählte mir am nächsten Morgen, seine Kinder seien noch an demselben Tage aufgestanden, da sie sich vollkommen wohl gefühlt, und sie haben seit der Zeit das Fieber nicht wieder bekommen.

Schluß.

Nachdem in dem Verzeichniß von Krankheiten nur diejenigen Uebel angeführt sind, die unter meinen Augen hundertfältig geheilt worden, bleibt mir noch übrig, einige Worte über solche Leiden hinzuzufügen, die mir zwar in meiner zehnjährigen Praxis nicht vorgekommen sind, deren Heilung ich jedoch durch die Anwendung des Medicaments für sehr wahrscheinlich erachte.

Der Einfluß und die wohlthätige Wirkung der Einreibung des Kopfes auf das Gehirn sind erwiesen; es läßt sich daher annehmen, daß alle nervösen Fieber sich glücklich mit unserm Medicament behandeln lassen werden. Aus eben diesem Grunde bin ich auch überzeugt, daß man ein überraschendes und günstiges Resultat erzielen würde, wenn, wie ich schon oben angeführt, sich die Herren Aerzte und Vorsteher von Irrenhäusern ein Mal dazu entschließen könnten — wozu natürlich in den ersten 100 Jahren keine Aussicht ist — allen Irren tüchtig den Kopf mit unserm Mittel waschen zu lassen.

Da ich gesehen habe, wie kräftig das Medicament den traurigen Wirkungen der Bisse giftiger Schlangen vorgebeugt hat, wäre es vielleicht möglich, daß es sich auch mit Glück gegen den Biß toller Hunde gebrauchen ließe. Möchte doch ein Menschenfreund gelegentlich einen Versuch damit machen und das Ergebniß zur Abstellung der verhängnißvollen Folgen und zum Besten der leidenden Menschheit öffentlich bekannt machen.

Die Heilkräfte des Medicaments bei allen äußern Verletzungen und die ihm innewohnenden antientzündlichen Eigenschaften sind erwiesen. In der Regel treten bei Arm- und Beinbrüchen Entzündungen ein. Diese werden sicher vermieden werden, wenn man das zerbrochene Glied mit unserm Mittel fleißig einreibt und es mit angefeuchteten Tüchern umwickelt. Wie viel schlaflose Nächte und unsägliche Schmerzen könnte man in Hospitälern denjenigen ersparen, bei denen man bisher nicht im Stande war, den in Folge eines Bruches eintretenden Entzündungen Einhalt zu thun. Aber nicht nur in den Hospitälern sollte man das Mittel zur Anwendung bereit halten, sondern auch in allen Fabriken, Werkstätten und bei allen Gelegenheiten, wo äußere Verletzungen oft vorkommen, denn, wie überhaupt bei allen Mitteln, wirkt auch dies unmittelbar nach der Verletzung am sichersten und stärksten. — Auch bei allen entzündlichen Fiebern kann das Mittel ohne Frage angewendet werden.